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von Karina Matejcek, www.kamaco.info Seit einigen Monaten geistert ein Begriff durch die Medien: die Realwirtschaft. Die Krise käme nun auch in der Realwirtschaft an, hieß es irgendwann. Was suggiert, dass es neben der Realwirtschaft eine Fiktivwirtschaft gäbe, die mit selbiger bislang gar nichts zu tun gehabt hätte. Dabei basieren große Teile der Realwirtschaft auf ebendieser Fiktivwirtschaft – jedes in der Gegenwart konsumierte Gut, das erst in der Zukunft bezahlt werden soll, zählt, vereinfacht gesagt, dazu. Der Kitt, der die Real- und die Fiktivwirtschaft zusammenhielt, war: Vertrauen. Vertrauen von Banken zu Unternehmen, von Banken zu Banken, von Banken zu Kunden, von Kunden zu Banken und so weiter und so fort. Vertrauen darauf, dass Verträge eingehalten, dass vereinbarungsgemäß gezahlt wird, was bereits konsumiert wurde. Das „institutionalisierte“ Vertrauen, das aus verschiedenen Gründen schon lange auf wackeligen Beinen steht, hat sich nun in weiten Teilen der Fiktivwirtschaft in Nichts aufgelöst. Das Vertrauen wurde aufs Spiel gesetzt und mehr oder weniger verpokert. Dieser Vertrauensverlust ist es, der in die „Realwirtschaft“ diffundiert und sich dort nun ausbreitet und sein Werk vollführt. Worauf es jetzt aber ankommt, ist, dass das Vertrauen nicht vollends aus der Welt verschwindet. Dass es in der Fiktivwirtschaft verpokert wurde, muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass es im realen Leben der Menschen, im realen Alltag in den Unternehmen nichts wert ist oder dass es nicht mehr zählen sollte. „Unter Vertrauen wird die Annahme verstanden, dass Entwicklungen einen positiven oder erwarteten Verlauf nehmen. Ein wichtiges Merkmal ist dabei das Vorhandensein einer Handlungsalternative. Dies unterscheidet Vertrauen von Hoffnung. Vertrauen beschreibt auch die Erwartung an Bezugspersonen oder Organisationen, dass deren künftige Handlungen sich im Rahmen von gemeinsamen Werten oder moralischen Vorstellungen bewegen werden. Vertrauen wird durch Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Authentizität begründet, wirkt sich in der Gegenwart aus, ist aber auf künftige Ereignisse gerichtet.“ – So hat es der Autor des Wikipedia-Artikels zu „Vertrauen“ sehr gut zusammengefasst. Vertrauen ist besser als Hoffen – und stärkt Ihre Beziehungen zu anderen Menschen, zu Geschäftspartnern und Ihren Kunden. Viel Vertrauen also im neuen Jahr, trauen Sie sich. Buchtipp: Werner Schwanfelder Der kleine Fahrradladen Eine Geschichte von Selbstverantwortung und Motivation 93 Seiten, Hardcover, Campus Verlag 2008, ca. 10.00 Euro, ISBN 978-3-593-38655-3 In dieser unterhaltsamen Fabel zeigt Werner Schwanfelder, wie ein Team eine Herausforderung meistern kann, wenn es sich ihr geschlossen stellt. Mit Motivation und Selbstverantwortung, mit Zielorientierung, Risikobereitschaft und Engagement nehmen die Mitarbeiter des kleinen Fahrradladens die Zukunft ihres Unternehmens selbst in die Hand – und lernen dabei zugleich viel über das Geschäft, die Kollegen und das eigene Leben.
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