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Feel Good im Februar 2010 - Ein Nein zur rechten Zeit

Es gibt im Alltag zahlreiche Situationen, in denen man sich mit Anliegen anderer konfrontiert sieht, die nach Delegieren unangenehmer oder lästiger Dinge aussehen. Wird Ihre Hilfsbereitschaft zu oft strapaziert und wollen Sie das ändern? Sie dürfen.


Ein Nein zur rechten Zeit

von Karina Matejcek, www.kamaco.at

Es gibt im Alltag immer wieder Anlässe, bei denen man sich mit Ansinnen anderer konfrontiert sieht, die eindeutig nach Delegieren unangenehmer oder lästiger Dinge aussehen. Schnell mal über das Offert lesen; rasch mal den Ablauf der Präsentation checken; kurz mal dies, kurz mal jenes.

Instinktiv regt sich vielleicht Widerstand, aber weil man ja nicht unhöflich sein will, sagt man „Gib her“, bevor man einen Gedanken an die Konsequenzen verschwendet hat. Und dann sitzt man an der Durchsicht der 100-Folien-Präsentation für den Kollegen, während dieser in der Kaffeeküche ein ausgiebiges Tratscherl hält. Oder man findet so viele Flüchtigkeitsfehler im Offert, dass man sicherheitshalber alle 25 Posten nachrechnet und auch noch die Rechtschreibung korrigiert. Oder man übernimmt kurz das Telefon der Kollegin, die dann ungeplanterweise drei Stunden außer Haus weilt. Das kostet die eigene Zeit, wirft die eigene Arbeitsplanung über den Haufen oder konfrontiert Sie mit Angelegenheiten, in die Sie möglicherweise nicht involviert werden möchten oder müssten.
Keine Sorge, das ist keine Aufforderung zu negativem Denken, zu ablehnender Haltung oder zu Unfreundlichkeit im Umgang mit anderen. Aber wenn ähnliche Situationen wie die geschilderten Sie häufiger betreffen und Frustration in Ihnen auslösen, dann ist es an der Zeit – und legitim! –, sich ein paar Gedanken dazu zu machen und Ihr Verhalten zu ändern. Sie dürfen dem hilfsbedürftigen Kollegen, der notleidenden Kollegin eine Grenze setzen.

Zum Beispiel durch ein klares Nein. Und zwar eines ohne Rechtfertigung und ohne lange Erklärung, warum es gerade gar nicht günstig ist. Das fällt nicht immer leicht und vielen fehlt im rechten Moment das richtige Wort – Stichwort Schlagfertigkeit. Aber das lässt sich trainieren und mit der Zeit gelingt es immer besser, die Dinge dorthin zurückzudelegieren, woher sie kommen.

Ein klares Nein zur rechten Zeit befreit Sie von Ihren Frustrationen und gibt Ihnen mehr Freiheit – zum Beispiel ganz bewusst auch öfter Ja zu sagen. Nämlich dann, wenn es Ihnen sinnvoll erscheint und es für Sie gerade passt.

Buchtipp
Lothar Mayrhofer: Die Welt der neuen Art. Der Mensch im Mittelpunkt einer werteorientierten Führungskultur. Hardcover, 320 Seiten, Innovate Verlag 2010, ISBN 978-3-9502855-0-5, EUR 24,90.

Unser Wirtschaftssystem und unsere Gesellschaft sind im Umbruch. Visionen, Werte, Ziele und Strategien sind auf dem Prüfstand. In seinem Buch „Die Welt der neuen Art“ zeigt Lothar Mayrhofer, langjähriger Generaldirektor der Basler Versicherung Österreich und heute als Unternehmensberater tätig, die Potenziale einer am Menschen orientierten Führungskultur auf.

Ausgehend von einer Bestandsaufnahme zur aktuellen Situation in Wirtschaft und Gesellschaft zeichnet er die Vision einer Welt, in der Unternehmen, Organisationen und Familien als Kraftorte für die Schaffung eines neuen Miteinander zum Wohle aller dienen. Dabei nimmt er betriebswirtschaftliche Paradigmen ebenso ins Visier, wie er herkömmliche Instrumente der Unternehmenssteuerung sowie die Rolle und das Selbstverständnis von Topmanagern hinterfragt.
Die Website des Autors mit vielen Informationen: http://www.lotharmayrhofer.com

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