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Plattmachen? Besser machen!

  • Gepostet vor 3 Jahren
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Geschäftsführer fordern immer komplexere Berichte zum Vertrieb und anderen Kennzahlen, und das in Echtzeit. Kunden erwarten sofort Antwort auf Fragen, nahtlosen Service und leicht zugängliche Informationen zu Konten, Rechnungen und Support. Die Führungsriege will Informationssysteme, die schnell, vielschichtig und rentabel sind. Kein Wunder, dass IT-Verantwortliche unter Dauerdruck stehen, brandaktuelle Geschäftsdaten zu liefern! Unabhängig von der Branche ist ein steter Informationsfluss mittlerweile entscheidend für die Unternehmenssteuerung. Dadurch sind die Anforderungen an bestehende IT-Systeme enorm gewachsen.

In diesem Zusammenhang ist kaum ein Wort negativer aufgeladen als „Altsystem“. Es ist quasi zum Feindbild des IT-Verantwortlichen geworden. Daher verwundert es nicht, dass der vollständige Austausch von Systemen für viele IT-Leiter eine Art Allheilmittel ist – Hauptsache neu! Statt die bestehende Plattform funktional zu erweitern, werden „Altsysteme“ rigoros entfernt und ersetzt. Zu verlockend ist die Aussicht, Tabula rasa zu machen.

Ein Fehler. Die Lust auf radikale Veränderung zeugt von einem Mangel an Vertrauen in die Skalierbarkeit und Anpassungsfähigkeit der jetzigen IT-Systeme. Dies scheint zunächst ein schlechtes Bild auf Hersteller und Wiederverkäufer zu werfen. Doch der Grund für das fehlende Vertrauen ist viel banaler: Mangel an Planung. Technische Investitionen werden in der Regel getätigt, um aktuelle Probleme zu lösen, nicht künftige. Nur wenige Unternehmen erwerben Technologie, um für Situationen in der Zukunft gerüstet zu sein. Aus der Angst heraus, dass Aufrüstungen nicht funktionieren oder ältere Systeme nicht mehr mithalten können, neigen viele IT-Leiter dazu, wieder ganz von vorn anzufangen.

Dabei wird übersehen: Der Austausch bestehender Systeme, die tief in die Infrastruktur eines Unternehmens eingebunden sind, ist nicht nur ein IT-Problem. Umwälzungen im großen Stil haben weitreichende Auswirkungen auf die Personalpolitik, die Ausbildung und letztlich auf die Rentabilität. Keine Firma kann es sich erlauben, ihre Systeme jedes Mal, wenn sie in Schwierigkeiten gerät, komplett zu aktualisieren.

Unternehmerische Flexibilität verlangt die Fähigkeit, Systeme schnell, sicher und effizient verändern und anpassen zu können. Intelligente Investitionsentscheidungen orientieren sich nicht nur an der Lösung aktueller Probleme, sondern haben auch mögliche Probleme in der Zukunft im Blick.

Der IT-Verantwortliche muss daher in die langfristige Planung eingebunden werden. Wenn die Führungsriege berät, wie das Unternehmen in 10, 20 Jahren aussehen soll, muss der IT-Leiter mit am Tisch sitzen. Nur so kann er effektiv die IT planen. Wer sich mit der Zukunft einer Firma beschäftigt, sollte nicht nur Kunden und deren mögliche künftige Bedürfnisse unter die Lupe nehmen, sondern sich auch überlegen, wie die Technik mit den Veränderungen Schritt halten kann.

Angesichts der Schwierigkeiten und lästigen Probleme, die mit „Altsystemen“ einhergehen, mag es verlockend sein, eine brandneue Insellösung einzurichten und noch mal von vorn anzufangen. Doch die richtige Antwort ist, vorausschauend zu planen und eine Infrastruktur anzulegen, die anpassbar ist und jederzeit neue Funktionen zulässt – damit Sie auf Unvorhersehbares ganz entspannt reagieren können. Mit anderen Worten: Nicht plattmachen, besser machen!