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Die Dinge kommen…

  • Gepostet vor 3 Jahren
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Sie denken, Sie haben Ihre Kunden fest im Griff? Und Sie kennen ihre Vorlieben, Abneigungen, ihr Verbraucherverhalten und die bevorzugte Art, wie sie mit Ihnen kommunizieren möchten? Und Sie möchten glauben, dass das Leben von nun an einfacher wird? Möglicherweise – aber nur für kurze Zeit. Höchstens bis die Dinge kommen...


Gartner prognostiziert, dass es bis 2020 etwa 26,6 Milliarden Online-Geräte – also Dinge – geben wird. Diese intelligenten vernetzten Endgeräte haben das Potenzial für eine neue Datenflut, die nicht nur in puncto Masse überwältigend sein wird, sondern auch in der Vielfalt der einzelnen Erscheinungsformen.


Die Erfassung von Daten und deren Analyse zur Durchführung von Kampagnen ist nichts Neues, doch die Tiefe und Breite der Informationen, die man künftig aufgrund des Internets der Dinge wird sammeln können, stellen eine große Herausforderung für die Marketingverantwortlichen dar, die jedoch noch nicht darauf vorbereitet sind. Aber, keine Angst, das IoT bietet denen, die diese Herausforderung früh in den Griff bekommen, einen wirklichen Wettbewerbsvorteil. Also, wie können sich Marketingfachleute heute darauf einstellen?


Entwickeln Sie Verständnis für die Untrennbarkeit von Transparenz und Kundendaten


Die erste Hürde ist der sensible Umgang mit Kundendaten. Kunden bestätigen immer wieder, dass sie das Sammeln von Daten als Tauschgeschäft ansehen, wenn es sich für sie lohnt und transparent ist. Die britische Supermarktkette Tesco verwendet Kundendaten, um Gutscheine für häufig gekaufte Produkte anzubieten; Google wirft seine Schleppnetze bei den E-Mailkonten aus, um zielgenaue Werbung zu platzieren, die sich nach den Inhalten richtet. Doch diese Verletzungen der Privatsphäre werden toleriert, weil die Kunden wissen, dass dies geschieht und weil sie die Ergebnisse sinnvoll finden. Es ist ein schmaler Grat – einige Unternehmen sind bereits zu weit gegangen. Sie haben treue Kunden verschreckt, indem öffentlich wurde, was sie bereits alles wissen, ohne vorher ehrlich und transparent gewesen zu sein.


Die Aufgabe für das Marketing besteht darin, verantwortungsbewusst mit den berechtigten Sorgen und Erwartungen der Kunden und natürlich deren Rechten in Bezug auf die Privatsphäre umzugehen. Es muss für den Kunden von Beginn an klar sein, welche Daten gesammelt werden, und dass er eine Wahl hat. Nur so lässt er sich überzeugen. Was er im Gegenzug erhält, muss für ihn ein fairer Handel sein.


Organisieren Sie Ihre Daten


Die nächste Herausforderung ist die Organisation der Daten, die Ihnen zur Verfügung stehen. Wie verknüpfen sie die Informationen über die Fahrgewohnheiten einer Person, ihren Kaffeekonsum und den Zeitpunkt, wann sie zu Bett geht? Wie gehen Sie mit diesen Daten um, wenn Sie sie haben? Wie erkennen Sie, welcher Aspekt dieses Kundeneinblicks der für Sie wertvollste ist, um darauf aufbauend rasch zu handeln und Trends und Chancen zu erkennen?


Die Marketingspezialisten von morgen müssen völlig neue Fähigkeiten entwickeln (oder einkaufen) als die traditionellen Marketingwerkzeuge. Nur dann werden sie in der Lage sein, die Chancen zu nutzen, die sich durch das Internet der Dinge auftun. Um es nochmals zu verdeutlichen: Künftige Marketingfachleute müssen Datengurus mit Vorliebe für Statistik sein und dabei die Zielgerichtetheit eines Verkäufers und dessen Kernkompetenz besitzen: die außergewöhnliche Kommunikationsfähigkeit mit dem Kunden.


Mehr als Daten: Erschließung neuer Kanäle


Die Zunahme bei den vernetzten Geräten eröffnet auch in großem Umfang neue Vertriebskanäle. Bald wird es bald möglich sein, mit dem Kunden durch personalisierte Werbung oder Nachrichten über so ziemlich jedes vernetzte Gerät in seinem Zuhause zu kommunizieren. Amazon verkauft bereits e-Reader und Tablets zu einem subventionierten Preis, auf denen im Gegenzug Anzeigen auf dem Startbildschirm zu sehen sind, und das ist erst der Anfang.


Es wird unweigerlich eine größere Fragmentierung bei den infrage kommenden Marketingkanälen stattfinden, wobei der Erfolg stark davon abhängt, diejenigen zu wählen, die die höchste Rendite versprechen. Ausschlaggebend wird auch sein, das richtige Gleichgewicht zwischen Effizienz und Eingriff in die Privatsphäre zu finden. Kühlschränke werden technisch in der Lage sein, eine Werbung für einen Lebensmittel-Lieferservice anzuzeigen, wenn sie "feststellen", dass Saft oder Butter zur Neige gehen. Doch wird der Verbraucher positiv darauf reagieren und es genauso toll finden wie die Erfinder dieser Segnung, was meinen Sie? Lohnt sich dieser Eingriff in das tägliche Leben – für beide Seiten?


Ja, die Dinge werden kommen. Doch die Marketingspezialisten, die vorbereitet sind und ihre Hausaufgaben in Ethik und Datenschutz sowie bei der Bewältigung der riesigen Mengen an Kundendaten schon früh gemacht haben, müssen wirklich keine Angst haben. Hier könnten sich genau die neuen Chancen auftun, auf die Sie gewartet haben.