Die halbe Welt ist online – Sie auch?

Der Anstieg des e-Commerce und die wachsende Nachfrage nach Web-to-Print

Der Anstieg des e-Commerce und die wachsende Nachfrage nach Web-to-Print

Im März 2015 wurde in einem Artikel der populären News Website TechCrunch darauf hingewiesen, wie web-orientiert die heutige globale Wirtschaft ist: "Im Jahr 2015 besitzt Uber, das weltweit größte Taxiunternehmen, kein einziges Fahrzeug. Facebook, der bekannteste Besitzer von Medien, erzeugt keine Inhalte. Alibaba, das wertvollste Handelsunternehmen, besitzt kein Inventar. Und Airbnb, der weltweit größte Unterkunftsanbieter, besitzt keine Immobilien".

Das sind wirklich spannende Zeiten für eine Branche, die physische Produkte herstellt. Das bedeutet jedoch nicht, dass es weniger Nachfrage für gefertigte Waren gibt – nach wie vor benötigt Uber Autos und Alibaba die Waren, die es verkauft. Doch es zeigt, dass sich die Art und Wiese verändert, wie Geschäfte gemacht werden und die Schnittstelle zum Kunden wird immer entscheidender.

Nehmen wir zum Beispiel den Handel. Bei e-Commerce wird für 2015 ein Anteil von 6,7 % (106,6 Mrd. $) am globalen Handel erwartet, bis 2018 wird ein Anstieg auf 8,8 % prognostiziert¹. Selbstverständlich schwankt die Popularität von e-Commerce und damit auch das Wachstum von Region zu Region. Fünf europäische Länder sind hier unter den Top Ten Großbritannien führt mit erwarteten 14,4 % seiner gesamten Handelsverkäufe in 2015, gefolgt von Norwegen mit 10,7%, 10,4 % in Finnland, 9,3% in Dänemark und 8.4 % in Deutschland².

In einer Welt, in der die Verbraucher zunehmend erwarten, alles online zu tun – von der Buchung eines Taxis bis zum Wocheneinkauf, muss sich die Wirtschaft weiterentwickeln, und das gilt für die Druckindustrie genauso. Egal ob direkt an Verbraucher, an andere Unternehmen oder andere unternehmenseigene Abteilungen verkauft wird, die Art und Weise, wie die Druckindustrie dies tut, wird sich ändern.

Wachsende Nachfrage nach Web-to-Print

Eine der Möglichkeiten für immer mehr Hausdruckereien und Druckanbieter, sich an das Wachstum von e-Commerce anzupassen, ist die Einführung von Web-to-Print. Neben der größeren Bequemlichkeit, höherer Effizienz und geringerer Fehlerquote bringt Web-to-Print eine Reihe von Vorteilen sowohl für die Anbieter als auch für die Kunden.

Der Einkauf von Drucksachen ist heute keine Aufgabe von Spezialisten mehr, sondern wird sowohl von Marketingmitarbeitern, Kreativen in Agenturen, Kundenkontaktern und selbst Finanzbuchhaltern erledigt. Web-to-Print-Lösungen helfen den Druckanbietern dabei, die Beziehungen zu diesen neuen Kundengruppen zu vereinfachen und dennoch die notwendige Kontrolle zu verbessern. Andere Vorteile, die die Druckkunden schätzen, sind Kosteneffizienz und die Fähigkeit zur aktiven Assetverwaltung und zur Versionskontrolle. Für viele sind jedoch die kurzen Produktionszeiten, die möglichen, selbst ausgeführten Layout- und Inhaltsänderungen, die bessere Kontrolle der Markenkonsistenz die Punkte, die am meisten überzeugen.

Aber trotz dieser Vorteile erwarten weniger als 40 % der Druckanbieter, dass das Wachstum des e-Commerce sich positiv auf ihr Geschäft auswirkt³. Dazu kommt noch, dass die Druckanbieter nach einer Untersuchung für Canon’s 2014 Insight Report glauben, nur durchschnittlich 10 % ihrer Kunden nutzen den Web-to-Print-Dienst.

Dem steht eine Umfrage bei 277 Druckeinkäufern in den EMEA-Staaten, 2014 in Auftrag gegeben von Canon, gegenüber, die ergeben hat, dass 30 % per Web-to-Print ordern⁵. Das bedeutet einen Zuwachs von mehr als 50 % seit 2012⁶, als nur 21% der Druckeinkäufer sagten, sie nutzen Web-to-Print⁷.

Kunden müssen geschult werden

Es scheint so zu sein, dass Käufer, die sich der Vorteile von Web-to-Print bewusst sind, diese Dienste auch nutzen und dass mangelnde Kenntnisse die erste Hürde ist. 39% der Einkäufer, die 2014 befragt wurden, wussten einfach nichts von der Verfügbarkeit von Web-to-Print⁸, was wiederum bedeutet, dass die Anbieter proaktiv auf die Kunden zugehen und über die Vorteile von Web-to-Print informieren müssen..

In der Tat hat unzureichende Bewerbung der Vorteile von Web-to-Print dazu geführt, dass viele Druckanbieter über mangelnde Auslastung ihrer Web-to-Print-Dienste klagen. Im Jahr 2014 haben 29 % der 275 Druckdienstleister – Inhouse sowie extern –, die für Canon’s 2014 Insight Report befragt wurden, Web-to-Print-Dienste angeboten⁹. Jedoch, so InfoTrends, wurden im selben Jahr nur 19 % des gesamten europäischen Druckvolumens über Webportale vermittelt, und es wurde erwartet, dass sich dieser Anteil nur auf 22,3 % über die beiden nächsten Jahre steigern würde¹⁰.

Wenn man das bedenkt, ist es nicht verwunderlich, dass 2014 nur 4 % der für den Canon Insight Report Befragten planten, Web-to-Print einzuführen¹², obwohl es 2012 noch hieß, dass 27,4 % der europäischen Druckanbieter Web-to-Print-Lösungen innerhalb von zwei Jahren einführen wollten¹¹. Ein Teil dieser Abnahme kann darauf zurückgeführt werden, dass einige Druckereien bereits in eine Lösung investiert haben. Doch für andere stellt sich die Investition in Web-to-Print als Fehlgriff dar.

Installieren Sie es, sprechen Sie darüber und sie werden kommen

Abgesehen von der gezielten Kundeninformation, der Grund, warum viele Web-to-Print-Lösungen die Erwartungen nicht erfüllt haben, liegt daran, dass oft nach dem Motto investiert wurde: "Ich stelle das mal hin, dann werden die Kunden schon kommen." Web-to-Print-Lösungen helfen dabei, mehr Druckvolumen zu generieren, für mehr Kundenzufriedenheit zu sorgen und so Kunden stärker zu binden¹³. Doch man muss wissen, dass die Lösung das nicht von selbst leistet. Es ist wichtig von Anfang an zu planen, wie die Investition zu Wertsteigerung beitragen soll, wie die gesamten Arbeitsabläufe optimiert werden sollen und wie die Lösung bei bestehenden und potenziellen Neukunden beworben werden soll.

Dabei kann es keinen "Eine für Alles"-Ansatz geben, denn jeder Druckanbieter hat ganz spezielle Gründe, warum er in Web-to-Print investieren möchte. Allerdings sollte eine zugrunde liegende Überlegung immer gelten - durch die Investition in Web-to-Print sollten neue Dienstleistungen angeboten oder auf vorhandenen Bedarf oder Nachfrage von Kunden reagiert werden, und dies sollte sorgfältig in den Geschäftsplan integriert und dann aktiv beworben werden.

Beispielsweise wäre es gut, wenn es einen oder mehrere Kunden gibt, die schon vor Einführung des Service bereit sind, Web-to-Print zu nutzen. Dadurch beginnt sich die Investition rasch zu amortisieren und diese Erfolgsgeschichte kann zur Gewinnung neuer Kunden genutzt werden. Das Inhouse-Druckzentrum einer Investmentbank kann demgegenüber andere Überlegungen anstellen. Hier kann die unternehmensweite Einführung von Web-to-Print dabei helfen, den Markenauftritt zu stärken, unkontrollierten Einkauf zu kanalisieren, die Zahl der Anbieter zu beschränken, Versionskontrolle zu betreiben und Sicherheit zu gewährleisten.

Jedem Druckdienstleister muss klar sein, dass es viel zu tun gibt, die große Zahl von Kunden, die Web-to-Print nicht kennen, zu informieren. Dabei spielt es auch keine Rolle, dass immer mehr Einkäufer Web-to-Print-Lösungen erwarten. Es ist wichtig, dass Sie die Vorteile Ihres Web-to-Print-Dienstes herausstellen, denn nur so werden die Vorteile vom dem Kunden auch genutzt. Werbung, ob in Richtung externer Kunden oder im eigenen Unternehmen, ist immer wichtig, doch wird sie häufig vernachlässigt – besonders von vielbeschäftigten Druckereien.

Egal, ob Sie sich erst seit kurzem mit dem Thema Web-to-Print beschäftigen, oder eine bestehende Lösung optimieren möchten, das Canon Programm für Unternehmensberatung und Mentoring kann Ihnen dabei helfen, den richtigen Weg zu finden. Wenn Sie mehr über unabhängige Beratung, Workshops und andere Werkzeuge und Quellen erfahren möchten, wenden Sie sich an Ihren Canon Ansprechpartner.

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¹ eMarketer, Dezember 2014, http://www.emarketer.com/Article/Retail-Sales-Worldwide-Will-Top-22-Trillion-This-Year/1011765#sthash.rMMtR90C.dpuf
² eMarketer, Dezember 2014, http://www.emarketer.com/Article/Retail-Sales-Worldwide-Will-Top-22-Trillion-This-Year/1011765#sthash.rMMtR90C.dpuf
³ European Investment Survey: Hardware Investment Plans and Strategic Directions, InfoTrends, 2015
⁴ Building your future with print, Canon, 2014
⁴ Building your future with print, Canon, 2014
⁶ Ibid
Der Wert von Print aus Sicht Ihrer Kunden, Canon, 2012
⁴ Building your future with print, Canon, 2014
⁹ Ibid
³ European Investment Survey: Hardware Investment Plans and Strategic Directions, InfoTrends, 2015
¹¹ European Software Investment Outlook, InfoTrends, 2012
⁴ Building your future with print, Canon, 2014
¹³ Web to Print Drives Print Volume and Ensures Economic Viability, InfoTrends, 2014

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