Bessere Porträts machen

Schwierige Lichtverhältnisse

Porträts in der Nacht können schwierig sein, weil Sie wahrscheinlich einen Blitz für die Ausleuchtung brauchen. Allerdings ist das Umgebungslicht um Ihr Motiv oft sehr stimmungsvoll und sollte für Ihr Porträt genutzt werden.

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Leo Hidalgo – Cold Night
Nutzungsrechte: https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/

Der Modus „Nachtporträt“ vereinfacht mit den passenden Einstellungen der Kamera Ihre Aufgabenstellung. Er aktiviert das eingebaute Blitzgerät oder ein Speedlite auf den Blitzschuh zur Ausleuchtung des Motivs und das Umgebungslicht setzt die Szene für Ihr Bild ins passende Licht. Hierbei wird eine längere Belichtungszeit verwendet und die Intensität des Blitzes automatisch angepasst. Sie sehen möglicherweise im Bildhintergrund verschiedene helle Lichter – die sind aber in Wirklichkeit viel schwächer als Sie denken. Positionieren Sie Ihr Motiv so, dass es vom Blitz beleuchtet wird anstatt vom Umgebungslicht – für die besten Ergebnisse verwenden Sie ein Stativ, um verwackelte Aufnahmen zu vermeiden. Bitten Sie die fotografierte Person, sich während der Aufnahme nicht zu bewegen.

In einer sehr hellen Lichtsituation haben Porträts möglicherweise zu viel Kontrast. Falls Sie Ihr Motiv gegen die Sonne fotografieren, ist ein Aufhellblitz sehr hilfreich. Bringen Sie am Blitzschuh (sofern verfügbar) ein Speedlite an oder aktivieren Sie für die Aufnahme den integrierten Blitz. Ihre Kamera wird das Umgebungslicht und das Blitzlicht zueinander in das richtige Verhältnis setzen und Sie erhalten ein ausdrucksstarkes Bild mit perfekt ausgeleuchteter Balance von der Person und dem Hintergrund.

Mit dem richtigen Objektiv wirkt Ihr Motiv noch besser

Bei Aufnahmen mit einer EOS sollten Sie ein lichtstarkes Objektiv verwenden, um das Motiv vor dem Hintergrund deutlich abzuheben. Objektive mit einer festen Brennweite von 50 bis 100mm eignen sich perfekt für Porträts. Makroobjektive eignen sich sowohl für Porträts als auch für Nahaufnahmen. Am besten wählen Sie die Zeitautomatik (Av) oder den manuellen Modus (M) in Verbindung mit Auto ISO, um die Lichtstärke des Objektivs optimal zu nutzen. Wählen Sie den Einzelfeld-AF und einen Messpunkt etwas außerhalb der Bildmitte – bei Aufnahmen mit einer weit geöffneten Blende ist eine präzise Fokussierung sehr wichtig. Der Modus One-Shot AF ist ebenfalls eine gute Wahl zur Festlegung des Schärfepunktes und einer danach eventuell notwendigen Anpassung des Bildausschnitts.

Im Zusammenspiel mit dem Handy diskret fotografieren

Viele Canon Kameras lassen sich vom Smartphone über das WLAN fernsteuern – hierfür gibt es die Canon Camera Connect App.

Bei einigen Modellen bietet die Fernsteuerung eine Livebildansicht davon, was die Kamera gerade sieht und es besteht die Möglichkeit, durch einfaches Tippen auf das Display des Smartphones eine Aufnahme zu machen. Legen Sie die Kamera auf eine stabile Oberfläche, richten sie auf das Motiv aus und über das Smartphone beobachten Sie die Szene – im richtigen Moment machen Sie dann die Aufnahme. Diese Technik trägt dazu bei, dass sich die aufgenommene Person entspannter verhält, weil sie sich nicht beobachtet fühlt.

Schon vor der Aufnahme an das gedruckte Bild denken

Porträts werden häufig gedruckt und im Bilderrahmen aufgestellt – Sie sollten deshalb schon bei der Aufnahme darüber nachdenken, wie das Endergebnis aussehen soll. Wenn Sie eine Collage aus mehreren Bildern machen, könnte ein in jedem Bild erscheinender Gegenstand dazu beitragen, dass die Bilder zueinander einen thematischen Bezug haben. Beispielsweise könnten Sie auch eine Person in drei Ansichten fotografieren – sie schaut einmal nach links, dann in die Kamera und dann nach rechts. Wenn Sie die drei Einzelbilder drucken, ergibt sich eine durchgängige Aussage mit individuellem Stil. Sofern Sie sich für monochrome Aufnahmen entschieden haben, sollten alle drei Bilder monochrom sein. Denken Sie auch darüber nach, wie Sie die Bilder zueinander anordnen, um den Porträts noch mehr Ausdruck zu verleihen.

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Max Khokhlov – Just be yourself
Nutzungsrechte: https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/

Probieren Sie dynamische Porträts aus

Das ganze Wesen einer Person in einem einzigen Bild zu erfassen ist schwierig – mit einem Video haben Sie jedoch die Möglichkeit, einen Porträtfilm zu machen, der viele Facetten Ihres Motivs zeigt. Beginnen Sie mit einer Geschichte, die Sie über Ihre gewählte Person erzählen möchten. Es ist hilfreich, sie vorher zu skizzieren oder zu notieren. Zeigen Sie zuerst die ganze Persönlichkeit in ihrem Umfeld. Dann machen Sie Nahaufnahmen von den Details, die sie unverwechselbar macht: das Lächeln, die Augen, die Hände, die Kleidung – all jene Dinge, die eine Geschichte über diesen Menschen erzählen. Nutzen Sie das schwenkbare Display, um aus ungewöhnlicher Perspektive von oben oder von unten zu filmen und dabei das Wesen der Person einzufangen. Sofern auf Ihrer Kamera verfügbar, experimentieren Sie auch mit Zeitlupenaufnahmen, um bestimmte Bewegungen zu betonen oder dem bewegten Porträt eine besondere Note zu verleihen.

Tipp: Beim abschließenden Schnitt sollten die einzelnen Einstellungen recht kurz sein (zwei bis drei Sekunden) und eine Gesamtlänge von ca. 90 Sekunden nicht überschritten werden – dies trägt dazu bei, die wichtigsten Eigenschaften der Person hervorzuheben.

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