Tipps für die Schwarzweiß-Fotografie

Schwarzweiß-Fotografie

Die Schwarzweiß-Fotografie erlebt eine Renaissance, obwohl sie nie ganz von der Bildfläche verschwunden war. Was macht die Schwarzweiß-Fotografie so beliebt?

Black-White-Trees

© Rafał Szmidt

Nicht nur die Erinnerungen alter Schwarzweiß-Fotos, sondern auch die gute alte Zeit des Schwarzweiß-Fernsehens ist von einem Hauch Nostalgie umgeben. Tatsache ist, dass Formen und Schattierungen eines Motivs in Schwarzweiß sehr effektiv hervorgehoben werden können. In Schwarzweiß kann ein Motiv möglicherweise stärker wirken als in Farbe.

Um Ihnen die Schwarzweiß-Fotografie näher zu bringen, beschäftigen wir uns in diesem Lernprogramm mit den folgenden Themen:

  • Winterlandschaften
  • Porträt
  • Stadtlandschaften
  • Nachtaufnahmen
  • Einsatz von Filtern
  • In Schwarzweiß „sehen“
  • Aufnahmen im JPEG- und RAW-Format

Winterlandschaften

Winterlandschaften eignen sich hervorragend für die Schwarzweiß-Fotografie. In dieser Jahreszeit sind Motive oft arm an Farben, es gibt keine lebhaften Grüntöne oder rote und gelbe Blumen. Eine schneebedeckte Landschaft stellt sich bereits fast ausschließlich schwarzweiß dar. Sie können sich auf die Formen von kahlen Bäumen, Steinwänden und Gebäuden konzentrieren. Komposition und Kontrast werden zu den wichtigsten Elementen einer Aufnahme.

Die Drittel-Regel ist insbesondere bei Schwarzweiß-Fotografie nützlich, wenn nur wenige Farben vorhanden sind, die das Auge ablenken. Stellen Sie sich ein Gitter in Ihrem Sucher vor – zwei vertikale und zwei horizontale Linien mit vier Schnittstellen. Versuchen Sie, Ihr Motiv auf eine dieser Schnittstellen schieben Dadurch entsteht eine starke Komposition.

Eine weitere Kompositionshilfe ist die fliehende Perspektive. Sie können dies auf einem Foto erkennen, das entlang einer Straße oder entlang von Eisenbahnschienen aufgenommen wurde. Die Linien der Straße oder der Schienen scheinen sich zu nähern, obwohl wir genau wissen, dass sie parallel verlaufen. Der Blick wird von den Linien angezogen und ins Bild gezogen.

Wann wird mit Schwarzweiß gearbeitet

Es gibt Situationen, die sich ideal für Schwarzweiß-Bilder eignen. Nachfolgend finden Sie einige Beispiele, die Sie berücksichtigen sollten.

Black-White-Kiss

Porträt

Die Schwarzweiß-Fotografie eignet sich wunderbar für Porträts. Das liegt wohl zum Teil daran, dass viele berühmte Porträts der letzten hundert Jahre schwarzweiß sind und uns dieser Stil vertraut ist. Es liegt aber auch daran, dass durch das Fehlen von Farbe Charakter und Persönlichkeit hervortreten. Durch seitliche Beleuchtung wird ein ganz besonderer Effekt erzeugt, da ein starker Kontrast zwischen Licht und Tiefe herausgearbeitet wird.

Stadtlandschaften

Architekturfotografien werden oftmals in Schwarzweiß aufgenommen, um die Form der Gebäude hervorzuheben. Der höhere Kontrast, der bei Schwarzweiß möglich wird, passt sehr gut zu diesem Motiv. Diese Fotos werden häufig in den frühen Morgenstunden aufgenommen und zwar zum Teil, um störenden Verkehr und Menschen zu vermeiden, aber auch, um den niedrigen Stand der Sonne zu nutzen. Bei diesem Licht entstehen lange Schatten, und es können attraktive Strukturen erzeugt werden, wenn das Licht durch rauen Stein oder Beton einfällt. Diese Bilder profitieren auch von ihrer Einfachheit und der schlichten Schönheit in Schwarzweiß.

Black-White-Station

Nachtaufnahmen

Nachtaufnahmen lohnen sich sowohl in Schwarzweiß als auch in Farbe. Der gelbe Schimmer der Straßenlaternen macht ein Motiv lebendig. Auf der anderen Seite werden Struktur und Muster in einem Motiv effektiver in Schwarzweiß dargestellt.

Wie wichtig Farben sind

In der Schwarzweiß-Fotografie werden häufig Filter eingesetzt, um die Farbtöne im Bild zu ändern. Gelb- und Rotfilter zum Beispiel absorbieren blaues Licht und lassen den Himmel auf dem Bild dunkler erscheinen.

Black-White-People-Pier

Einsatz von Filtern

Dadurch wird dem Motiv nicht nur Dramatik hinzugefügt, sondern es wird auch der Kontrast zwischen weißen Wolken und Himmel erhöht. Sämtliche Kameras der Serie EOS und viele PowerShot-Modelle, wie die PowerShot G12 und die PowerShot SX30 IS, können mit Filtern erweitert werden. Auch in den „Picture Style“-Einstellungen der Canon EOS Digitalkameras ist ein Filtereffekt verfügbar. Sie können Gelb, Rot, Orange oder Grün wählen, um die Schwarzweiß-Töne zu ändern und Filtereffekte zu simulieren. Genaue Informationen hierzu finden Sie in der Bedienungsanleitung Ihrer Kamera.

Schwarzweiß „sehen“

Sie müssen nicht in Schwarzweiß fotografieren. Sie können auch Farbfotos aufnehmen, diese kopieren und in Schwarzweiß-Fotos umwandeln, nachdem Sie die Dateien auf Ihren Computer übertragen haben. Denken Sie aber daran, dass ein Motiv in Farbe gut aussehen kann, in Schwarzweiß aber überhaupt nicht, und umgekehrt.

Zum Beispiel werden rote Blumen bei einem Farbfoto vor einem grünen Hintergrund hervorgehoben. Nehmen Sie nun dasselbe Motiv in Schwarzweiß auf, so werden Sie feststellen, dass Rot und Grün zu Grauschattierungen werden, die sich kaum voneinander unterscheiden.

Durch Übung können Sie lernen, „schwarzweiß“ zu sehen, aber es geht auch schneller. Im Allgemeinen benötigt man bei demselben Motiv für Schwarzweiß-Bilder mehr Kontrast als für Farbfotos. Nehmen Sie dasselbe Motiv zweimal auf, erst in Farbe, dann in Schwarzweiß. Sie können beide Bilder auf dem LCD-Bildschirm Ihrer Kamera vergleichen.

Aufnahmen im JPEG- und RAW-Format

Bilder können in vielen verschiedenen Formaten gespeichert werden. Die Wahl des Formats hängt davon ab, was Sie tun möchten.

Black-White-Car-Paris

Leonardo da Vinci, © Alessandro Sciascia 2010, Canon EOS 20D

Die Kamera entfernt nun einen Großteil des Bildrauschens, während sie das Bild in die Speicherkarte schreibt. Dies nimmt allerdings so viel Zeit wie die tatsächliche Belichtung in Anspruch. Bei einer Belichtungszeit von zwei Minuten dauert es also noch einmal zwei Minuten, bis das Bild auf dem Display angezeigt wird. Während dieser Zeit können Sie kein weiteres Bild aufnehmen.

RAW-Aufnahmen werden bei Nachtaufnahmen empfohlen, da Sie dabei mehr Anpassungsmöglichkeiten für das Bild mit der Software Digital Photo Professional (DPP) von Canon erhalten als bei JPEG-Qualitätsdateien. Außerdem können Sie damit die Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung ausschalten und die Rauschreduzierung in DPP anwenden.

Motive

Nachdem Sie sich nun mit den Verfahren vertraut gemacht haben, müssen Sie Ihre Beleuchtung und Ihre Motive auswählen.

Der kurze Dämmerungszeitraum direkt nach Sonnenuntergang kann äußerst effektiv sein. Der Himmel am Horizont ist noch immer hell, obwohl die Sonne nicht mehr sichtbar ist. Wenn die Sonne niedrig am Himmel steht, entsteht ein sehr viel wärmeres Licht als bei hohem Sonnenstand. Daher sehen sie so oft wunderschöne Farben in der Dämmerung. Ähnliche Effekte sind auch bei Tagesanbruch sichtbar. Wenn das Motiv also nicht in der richtigen Position ist, um die Dämmerung auszunutzen, sollten Sie früh aufstehen und prüfen, ob sich die Aufnahme mit der Sonne auf der anderen Seite besser gestaltet.

In Städten werden Lichter häufig zum Motiv. Experimentieren Sie mit Fotos von Leuchtreklamen, festlichen Beleuchtungen und angestrahlten Gebäuden. Machen Sie diese Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen, um alle möglichen Ergebnisse zu prüfen. Wenn Sie die Aufnahmen direkt nach einem Regenschauer machen, werden die Ergebnisse noch interessanter, da die Lichter sich in nassen Straßen und Pfützen widerspiegeln.

Auch Feuerwerke eignen sich hervorragend als Motive. Standardmäßig würden Sie dabei eine lange Verschlusszeit einstellen, um die Lichtspuren und Explosionen zu erfassen. Stellen Sie die Kamera auf den manuellen Modus (M) ein, und wählen Sie eine Blende zwischen 1:8 und 1:16 sowie eine Verschlusszeit zwischen 5 und 10 Sekunden. Die Verschlusszeit hängt hauptsächlich davon ab, wie häufig das Feuerwerk explodiert.

Auch wenn der Autofokus mit der Kamera möglich ist, kann sich dieser in der Dunkelheit schwer tun. Daher sollten Sie das Objektiv auf den manuellen Fokus (MF) einstellen und auf ein Objekt fokussieren, das genauso weit weg ist wie das Feuerwerk.

Alle Digital-Kameras von Canon können Dateien im JPEG-Format erzeugen. Diese werden in der Kamera verarbeitet, wobei unerwünschte Bilddaten gelöscht werden. Sie können mit der im Lieferumfang Ihrer Canon Kamera enthaltenen Software eine Datei im JPEG-Format öffnen und bearbeiten. Zum Beispiel können Sie eine Farbdatei in eine Schwarzweiß-Datei umwandeln. Allerdings stehen Ihnen nicht alle Daten zur Verfügung, wodurch der Bereich der möglichen Änderungen eingeschränkt wird.

Wenn Sie gerne Bilder bearbeiten, nachdem Sie sie auf Ihren Computer geladen haben, ist es empfehlenswert, Bilder im RAW-Format aufzunehmen. Alle EOS- und einige PowerShot-Kameras können Bilder im RAW-Format erstellen. Damit bleiben sämtliche von der Kamera erfassten Daten erhalten, und Sie haben viel mehr Einstellungsmöglichkeiten für Ihre Fotos. Sie können zum Beispiel einen Rot-, Gelb- oder Grünfilter verwenden, um den Kontrast zu erhöhen oder sogar Sepia-, Blau- oder Lilatöne hinzufügen.

Galerie aufrufen

Es finden sich überall Möglichkeiten, wunderbare Schwarzweiß-Fotos aufzunehmen. Nachdem Sie nun die Ratschläge in diesem Lernprogramm gelesen haben, nehmen Sie einfach Ihre Kamera mit nach draußen und lassen Ihrer Kreativität für ein paar tolle Fotos freien Lauf. Dann laden Sie Ihr Lieblingsfoto in die Galerie hoch. Nächsten Monat könnte Ihr Foto als eines der schönsten ausgestellt werden!

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