Canon Botschafter: Jonathan und Angela Scott

Am Botschafter-Programm von Canon Europa nehmen einige der weltbesten Fotografen teil, Meister ihres Handwerks, die die gleiche Leidenschaft für kraftvolle Bilder haben wie Canon. Jeden Monat geben sie Auskunft zu den Hintergründen ihrer Fotografie und zur Entstehungsweise bestimmter Fotos.

Jonathan und Angela Scott leben in Kenia und sind das einzige Paar, bei dem beide Partner die Auszeichnung „Wildlife Photographer of the Year“ gewinnen konnten. Sie haben gleich mehrere Beststeller geschrieben, sind aber wohl als Moderatoren der BBC-Fernsehserie „Big Cat Diary“ erst richtig bekannt geworden.

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© Jonathan & Angela Scott. Canon Botschafter
Aufgenommen mit EOS-1Ds Mark II mit EF 100-400 mm 1:4,5 - 5,6L IS USM, Belichtung 1/250, 1:5,6, ISO 200
„Goldenes Hintergrundlicht bei Sonnenaufgang zeichnet Muster in das Blätterwerk.“

Sie sind zu Recht als die „Big Cat People“, also für Ihre Bilder von Großkatzen bekannt geworden. Setzt es Sie nicht unter Druck, immer eine ganz bestimmte Aufnahme liefern zu müssen?
„Es schmeichelt uns schon, dass wir durch unsere Bilder von Löwen, Leoparden und Geparden eine solche Bekanntheit erlangt haben. Aber unsere fotografische Arbeit ist weitaus vielseitiger, und wir planen unsere Reisen stets so, dass uns ausreichend Gelegenheiten für andere tolle Aufnahmen bleiben. Wir fühlen uns genauso wohl, wenn wir Pinguine und Eisberge in der Antarktis oder Tiger in Indien fotografieren, wie wenn wir die Wanderung der Gnus zuhause im Masai Mara-Nationalpark filmen oder von einem religiösen Fest in Bhutan berichten. Es geht im Grunde immer darum, im Voraus zu planen und dann in der Lage zu sein, sich an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen.

„Bei unserem letzten Besuch des Ranthambhore-Nationalpark im indischen Rajasthan hatten wir beispielsweise für Standbilder nicht ganz die richtige Jahreszeit erwischt – eigentlich wollten wir Tiger für eine TV-Serie filmen, wobei dies nur die erste einer Reihe von Drehaufnahmen sein sollte. Die Trockenzeit hatte gerade begonnen, und leider sind die Tiger mit ihren Jungen dann dort nicht so häufig zu sehen. Wir hatten uns schon ein wenig mehr als Porträts versprochen, wussten aber auch, dass es selbst bei über 30 Ausfahrten schwer werden würde, auch nur eine einzige bemerkenswerte Aufnahme von einem Tiger zu bekommen.

„Also überlegten wir uns, welche Motive sich sonst noch während unseres Aufenthalts anbieten würden. Der Ranthambhore-Nationalpark ist absolut fantastisch und bietet schier endlose fotografische Möglichkeiten, besonders ganz früh morgens und am späten Nachmittag. An Tagen, an denen die Chancen, einen Tiger zu sichten, besonders gering waren, baten wir also unseren Führer, uns in ganz andere Teile des Parks zu bringen, um die fantastische Vogelwelt und die Landschaft zu fotografieren.“

Diese Aufnahme hat eine herbstliche Stimmung. Gibt es in Indien einen Herbst ähnlich wie in Europa?
„Da wir in Afrika leben, sind wir zwei Regen- und zwei Trockenperioden ohne Herbst gewohnt, aber Indien hat vier Jahreszeiten, einschließlich Monsun und Herbst. Die warmen Farben vermitteln sicherlich eine herbstliche Stimmung, besonders wenn man früh morgens gegen das Licht fotografiert – eine großartige Methode, Stimmung und Atmosphäre zu schaffen.

„Heutzutage gibt es keine Ausrede mehr dafür, nicht ausreichend auf die Aufnahmen vorbereitet zu sein, die du dir erhoffst. Durch Recherche im Internet findest du problemlos heraus, wie die Landschaft und das Wetter wahrscheinlich aussehen werden und welches die beste Zeit ist, um Tiger zu sehen zu bekommen. Es ist einfacher geworden, die gewünschten Aufnahmen zu planen und herauszufinden, wie man sie am besten realisiert."

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Canon Ambassadors: Jonathan & Angela Scott