Tutorial für EOS

In diesem Monat entdecken wir neue Wege, um Emotionen authentisch zu erfassen. Wir möchten Ihnen dabei helfen, Ihre Bilder zu verbessern, damit sie beim Betrachter einen stärkeren Eindruck hinterlassen.

Menschliche Gefühle folgen keinen festen Regeln – sie sind spontan und spiegeln das wider, was jemand fühlt – die erste Regel sollte daher sein, die Kamera stets zur Hand zu haben. Ungeplante Aufnahmen liefern manchmal die besten Ergebnisse. Versuchen Sie in dem Moment auszulösen, wenn Ihr Motiv es nicht erwartet – oder machen Sie kurz nach dem Moment eine Aufnahme, an dem die Person angenommen hat, fotografiert worden zu sein. Sie werden dann weitaus natürlicher und entspannter wirken.

Egal, ob Sie Bilder zum Weitergeben oder nur für sich selbst machen, unsere Tutorials unterstützen Sie, Stimmungen und Gefühle besser zu erfassen.

Tipps zur Erfassung von Emotionen


In diesem Monat beschäftigen wir uns damit, wie Sie beim Fotografieren Emotionen erfassen und vermitteln können. Durch Ausdruck Ihrer eigenen Gefühle oder durch das Einfangen der Stimmungen von Personen oder Szenen können Sie ein gewöhnliches Foto in ein einzigartiges und ansprechendes Bild verwandeln.


Tipp: Wenn Sie menschliche Gefühle erfassen möchten, konzentrieren Sie sich auf die Augen Ihres Motivs. Sie sind ein hervorragender Indikator für dessen aktuelle Stimmung.

  • Die Grundlagen – vorbereitet sein
  • Der Porträt Modus
  • Stimmung erfassen
  • Einzelfeld-AF und Weitwinkelaufnahmen
  • Erweiterte Effekte einsetzen


EOS Tutorial – Canon
Vinoth Chandar – Zurücklehnen und entspannen!
Nutzungsrechte: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/


Bestens vorbereitet sein

Emotionen sind oft eine flüchtige Sache – eine gute Vorbereitung zu deren erfolgreicher Erfassung ist der Weg zum Ziel. Bevor Sie mit den den Aufnahmen beginnen, sollten Sie sich mit der Kamera vertraut machen und sicherstellen, dass sie so reagiert, wie Sie es brauchen. 


Wussten Sie bereits? Professionelle Fotojournalisten verbringen viele Jahre mit dem Ausbau ihrer Fähigkeiten, damit sie für den einen kurzen Moment bereit sind, wenn sich die Emotionen in einer Situation auf dem Höhepunkt befinden. 


Machen Sie Reihenaufnahmen

Wählen Sie an Ihrer Kamera den Modus für Reihenaufnahmen, damit mehrere Bilder in Folge aufgenommen werden. Dies ist eine bewährte Methode, um Ihr Motiv unvorbereitet zu erfassen und Sie haben eine größere Chance, die natürlichen Emotionen einzufangen. Das ist besonders hilfreich, wenn die entsprechende Person schnell von einer Stimmung zur anderen wechselt. Sie erhalten zwar nicht auf Anhieb die besten Bilder – aber Sie haben eine gute Auswahl aus zahlreichen Aufnahmen. Wenn möglich, sollten Sie die kontinuierliche Schärfenachführung aktivieren, die den Bewegungen Ihres Motivs folgt. Dies hilft bei der Erfassung der Situation und sorgt für gleichbleibende Schärfe.

Verwenden Sie eine Speicherkarte mit großer Kapazität. Machen Sie JPEG-Bilder (nicht im RAW-Format) – das steigert die Anzahl der in einer Sequenz aufgenommenen Bilder.


Weitwinkelobjektiv verwenden

Mit einem Weitwinkelobjektiv erfassen Sie die gesamte Szene und sind Ihrem Motiv ganz nah, um die Mimik problemlos festzuhalten. Weitwinkelobjektive erfassen die Zusammenhänge der Szene und vermitteln dem Betrachter weitere Hinweise über die Ursache der Emotionen im Bild – zum Beispiel die Freude in den Gesichtern des Publikums eines Musikfestivals oder die Entschlossenheit im Gesicht eines Bergsteigers. 


Der Porträt Modus

Viele EOS Kameras bieten am Einstellrad die Wahl des Porträt Modus. Er wird dort mit dem Symbol eines Kopfes dargestellt.

Den Porträt Modus verwenden:

  • Wählen Sie an der Kamera den Modus für Reihenaufnahmen, um beim Druck auf den Auslöser eine kontinuierliche Folge von Bildern zu machen – so erfassen Sie die natürlichen Gefühle der Person. 
  • Wählen Sie eine größere Blendenöffnung, um die Aufmerksamkeit auf das Motiv zu lenken und die Störung eines überladenen Hintergrundes zu minimieren – so halten Sie die Aufmerksamkeit des Betrachters auf den Emotionen. 

Der Portrait Modus wird zwar oft in Verbindung mit Objektiven mit längerer Brennweite eingesetzt. Mit einem Weitwinkelobjektiv oder einem Zoomobjektiv in seiner weitesten Einstellung bringen Sie in Kombination mit einer offenen Blende jedoch das zentrale Motiv füllend ins Bild. 


Die Stimmung mit Streulicht einfangen

Bei Aufnahmen ohne Streulichtblende am Objektiv erzeugt die am Bildrand befindliche Sonne sehr beeindruckende Lichtreflexe.

Die unvorhersehbaren Reflexe vermitteln ein Gefühl von Freiheit und geben den Bildern einen Hauch von glücklicher, verträumter Atmosphäre. Damit bringen Sie das Gefühl für eine Landschaft zum Ausdruck, wie beispielsweise an einem menschenleeren Strand oder einer schönen Wiese mit Frühlingsblumen. 


Tipp: Nehmen Sie Ihre EOS an einem sonnigen Tag mit und experimentieren Sie mit Ihrer Position in Relation zur Sonne. 


Streulicht:
EOS Tutorial – Canon
Geraint Rowland – Ebbe, Boot und Reflexe, Southend
Nutzungsrechte: https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/


Einzelfeld-AF

Verwenden Sie einen der Kreativmodi, Programmautomatik, Zeitautomatik oder Blendenautomatik und stellen Sie das AF-System auf Einzelfeld-AF. Dabei muss das Einzelfeld nicht zwingend in der Bildmitte sein. Tatsächlich sind andere Bereiche oft vorteilhafter für die Bildkomposition.

Bietet Ihre EOS DSLR verschiedene Möglichkeiten zur Gruppierung der AF-Felder, dann wählen Sie am besten die Einstellung mit bis zu fünf Feldern in einer Gruppe. Damit können Sie sich besser auf das Motiv konzentrieren und müssen sich weniger Sorgen darüber machen, ob das AF-Feld immer exakt auf dem Motiv liegt. 


Weit ist optimal

Ein Weitwinkelobjektiv wie das Canon EF-S 24mm 1:2,8 STM für Kameras mit APS-C-Sensor ist kompakt und leicht – damit bekommen Sie alles ins Bild. Für Kameras mit Vollformatsensor eignet sich das EF 35mm 1:2 IS USM besonders gut. Mit diesen Objektiven können Sie sehr gut mit Ihrem Motiv Schritt halten und die Bildkomposition einfach gestalten. Sie sind auch durch Ihre Mobilität mit Ihrem Motiv oder der Situation inniger verbunden. 


Wählen Sie ein lichtstarkes Objektiv

Emotionen sind stets spontan – Sie sollten in der Lage sein, sie auch bei wenig Licht und ohne Blitz im richtigen Moment zu erfassen. Dies gilt für Aufnahmen von Personen und auch für die Landschaftsfotografie – wenn Sie beispielsweise die flüchtige Lichtstimmung in der Dämmerung festhalten möchten. Und so wird’s gemacht:

  • Ein lichtstarkes 50-mm-Objektiv mit einer offenen Blende von 1,8 oder 1,4 lässt viel Licht in die Kamera hinein. 
  • Wählen Sie die Zeitautomatik und eine offene Blende, um das Auge des Betrachters auf das wichtigste Detail im Bild zu lenken. 
  • Die Schärfe ist bei diesen Objektiven sehr wichtig, Sie sollten deshalb etwas Übung haben, um die AF-Messfelder schnell im Bildausschnitt zu bewegen. 

Wussten Sie bereits? Lichtstarke Objektive haben eine große Frontlinse, die sie geeigneter für den gezielten Einsatz von Lichtstreifen und Streulicht machen. 


Mit Effekten experimentieren

Halten Sie während der Aufnahme Gegenstände dicht vor das Objektiv, um die Stimmung Ihrer Bilder zu verstärken. Kleine Spiegel verstärken das Streulicht, Federn oder bunte Glaskristalle verzaubern die Realität und hauchen Ihren Bildern etwas Mythos ein. Die Effekte sind zwar nicht so ohne weiteres wiederholbar – hierbei lernen Sie jedoch viel über die Auswirkungen auf Ihre Bilder. Sogar ein paar kleine LED-Leuchten können Sie in der Nähe des Objektivs positionieren. Deren typische Unschärfe trägt zur Atmosphäre in Ihren Bildern bei.

Wenn Sie inspiriert worden sind, die Stimmungen einzufangen, können Sie Ihre Bilder mit der Welt teilen.
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