Expertentipp: Objektive

Objektivöffnung (Blende)

Die Lichtmenge, die auf den Sensor Ihrer EOS-Kamera trifft, hängt teilweise von der Helligkeit am Aufnahmeort ab, kann jedoch auch mithilfe der Objektivöffnung, d. h. der Blende, verändert werden.

Die so genannte Apertur ist eine Öffnung in der Mitte einer Linsenblende, die innerhalb oder hinter der Linse angeordnet ist. Die Blende besteht normalerweise aus einer Reihe von Metall-Lamellen, die verstellt werden können, um die Größe der Öffnung zu verändern.

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Eine Apertur ist die Öffnung in einer Linsenblende. Mehrere miteinander verbundene Metall-Lamellen können verstellt werden, um die Größe der Öffnung zu verändern.

Schärfentiefe
Die Größe der Öffnung wird als „Blendenwert“ angegeben. Dieser ergibt sich aus der Brennweite des Objektivs dividiert durch den Durchmesser der Öffnung. Große Öffnungen haben deshalb kleine Blendenwerte, z. B. 1:2,0 oder 1:2,8. Kleine Öffnungen haben hingegen große Blendenwerte, z. B. 1:16 oder 1:22.

Die maximale Blendenöffnung eines Objektivs ist besonders wichtig, wenn Sie den Sucher Ihrer EOS-Kamera verwenden. Das Bild, das Sie durch den Sucher sehen, wird normalerweise mit maximaler Öffnung erzeugt, und je größer die Öffnung, desto heller das Bild.

Die Blende hat jedoch nicht nur Einfluss auf die vom Sensor erfasste Helligkeit, sondern auch auf die Schärfentiefe des Bilds. Die Schärfentiefe ist der Bereich der Szene, der scharf dargestellt wird. Eine große Blendenöffnung (kleiner Blendenwert) ergibt eine geringe Schärfentiefe, d. h. nur ein kleiner Bereich vor und hinter dem fokussierten Abstand sieht scharf aus (1:1,8 in der Abbildung unten).


Aufgenommen mit Canon EOS 5D Mark III, EF 50 mm 1:1,8

Durch eine Verkleinerung der Blendenöffnung (d. h. eine Erhöhung des Blendenwerts) nimmt die Schärfentiefe zu, sodass ein viel größerer Bereich vor und hinter dem fokussierten Abstand scharf zu sehen ist (1:22 in der obigen Animation).

Die Änderung der Blende eröffnet umfassende kreative Gestaltungsmöglichkeiten. Beispielsweise kann der Hintergrund bei einer Porträtaufnahme durch die Wahl einer großen Blendenöffnung (kleiner Blendenwert) unscharf dargestellt werden, während bei einer Landschaftsaufnahme alle nah und weit entfernten Details scharf dargestellt werden können, indem eine kleine Blende gewählt wird. Die Schärfentiefe ist besonders bei Makroaufnahmen wichtig, denn je geringer der Fokussierungsabstand, desto kleiner die Schärfentiefe.

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