Expertentipp: Sportfotografie

Der entscheidende Augenblick

Im Sport ist es noch wichtiger als in anderen Bereichen, den „entscheidenden Augenblick“ zu erwischen.

Der Augenblick, in dem ein Wettläufer den Endspurt einlegt oder der Augenblick, in dem der Tennisschläger den Ball berührt. Manche Fotografen nutzen den Reihenaufnahmemodus ihrer Kamera, um den entscheidenden Augenblick festzuhalten.

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Tor! © Torben Andresen 2011, Canon EOS-1D Mark IV

Trotzdem ist es ein tolles Gefühl, den entscheidenden Augenblick in einer einzigen Aufnahme festzuhalten. Das Geheimnis liegt darin, sich auf diesen Augenblick vorzubereiten, und das gelingt am besten durch Übung. Bitten Sie einen Freund, einen Tennisball auf einem Schläger springen zu lassen, und versuchen Sie, möglichst oft den Augenblick aufzunehmen, in dem der Ball den Schläger berührt. Gehen Sie dann zu schwierigeren Situationen über, zum Beispiel, wie jemand einen Fußball tritt. Können Sie den Augenblick festhalten, in dem der Fuß den Ball berührt?

Einfrieren oder Schwenken?
Bei der Fotografie bewegter Motive scheint es auf der Hand zu liegen, dass schnelle (kurze) Verschlusszeiten erforderlich sind, um den Augenblick „einzufrieren“. Eine Aufnahme mit einer Verschlusszeit von 1/1000 Sekunde ist sehr viel schärfer als eine Aufnahme mit einer Verschlusszeit von 1/100 Sekunde.

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Schwenken, © Enrico Bogetto 2011, Canon EOS 30D

Aber wollen Sie das Bild denn „einfrieren“? Das kann künstlich und emotionslos wirken. Durch Unschärfe kann in Fotografien der Eindruck von Bewegung erweckt werden. Die erforderliche Verschlusszeit hängt von folgenden Faktoren ab:
   • Geschwindigkeit des Motivs
   • Entfernung zwischen Motiv und Kamera
   • Gewünschter Grad der Unschärfe. 
Stellen Sie Ihre EOS mit dem Modus-Wahlrad auf die Blendenautomatik AE (Tv) ein, und experimentieren Sie mit verschiedenen Verschlusszeiten. Sehen Sie jedes Bild an, während Sie es aufnehmen, um den Effekt zu überprüfen.

Sie können das Bild auch „einfrieren“, indem Sie eine relativ lange Verschlusszeit (z. B. 1/30 Sekunde) verwenden und die Kamera nachführen, um der Bewegung des Motivs zu folgen. Diese Technik nennt man „Schwenken“. Das Ziel ist, das Objekt in derselben Position im Sucher zu halten, sodass es als scharfes Bild aufgenommen wird. Das Schwenken der Kamera sorgt für eine unscharfe Darstellung des Hintergrunds und erweckt so den Eindruck starker Bewegung.

Wenn Ihr Objektiv über einen Bildstabilisator verfügt, können Sie Ihre geschwenkten Aufnahmen verbessern, indem Sie diesen je nach Modell mithilfe eines Schalters an der Seite des Objektivtubus aktivieren. Normalerweise befindet sich der Schalter im Modus 1, mit dem Stabilisierung sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Richtung gegeben ist. Im Modus 2 findet die Stabilisierung nur in vertikaler Richtung statt, was ideal für Aufnahmen mit Schwenkbewegungen geeignet ist.

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