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Probeaufnahme: Filmemacher von „Sundance“ über ihre Auswahl einer Canon Kamera

Lance DoP Nick Higgins films inside a bus using a Canon EOS C300 Mark II.
Der Dokumentarfilm „Lance“ von Kameramann Nick Higgins, der auf dem Sundance-Festival 2020 Premiere feierte, wurde mit einer Canon EOS C300 Mark II aufgenommen. „Für die Interviews“, erzählt er, „wollten wir einen einheitlichen Look für den Film schaffen, der den Gesichtern der Darsteller schmeichelt und uns die Arbeit an zahlreichen Locations in sieben verschiedenen Ländern ermöglichte.“ © Nick Higgins/ESPN

Das Sundance Film Festival, das größte unabhängige Filmfestival der USA, ist zum Teil Bühne für neue Talente, zum Teil Forum für Filmemacher, um Trends, Techniken und technische Innovationen in Erfahrung zu bringen und auszutauschen. Das jedes Jahr im winterlichen Utah abgehaltene Festival spielt seit jeher eine wichtige Rolle für den Start von Filmen und Karrieren auf globaler Ebene.

Auf dem Sundance Film Festival 2020 debütierten zahlreiche neue unabhängige Dokumentar-, Spiel- und Kurzfilme – und viele von ihnen entstanden mit Kameras und Objektiven von Canon. Jedes Projekt weist eigene Anforderungen an die Ausrüstung auf, ob nun kompakte, leichte Gehäuse zum Filmen rasanter Szenen oder robuste Kameras, die sich auch in rauen Umgebungen bewähren, oder ein großer Dynamikbereich für Aufnahmen mit schwachem oder hohem Kontrast.

Ein gutes Beispiel ist der Gewinner des World Cinema Documentary Special Jury Award for Cinematography beim Sundance-Festival 2020: Regisseur Radu Ciorniciucs ergreifendes Dokumentarfilmdebüt „Acasa, My Home“. Ciorniciuc benötigte eine leicht tragbare, strapazierfähige Kameraausrüstung, um den Alltag der Charaktere seines Films einzufangen: eine Familie, die aus ihrem Zuhause im Delta von Bukarest vertrieben wurde, um in der Stadt zu leben. Er verwendete sowohl die Canon EOS C100 Mark II als auch die Canon EOS C300 (mittlerweile ersetzt durch das Nachfolgemodell Canon EOS C300 Mark II) mit den Canon Objektiven EF 24-105 mm f/4L IS USM (mittlerweile ersetzt durch das Nachfolgemodell Canon EF 24-105 mm f/4L IS II USM) und Canon EF 35 mm 1:2 IS USM.

Hier berichten weitere Filmemacher vom Sundance-Festival 2020, wie sie ihre Visionen mit Canon Ausrüstung auf die Leinwand brachten – von den Dokumentarfilmen „Lance“ und „Mucho Mucho Amor“ bis hin zur Stop-Motion-Animation „No, I Don't Want to Dance!“

Lance Armstrong is interviewed by Marina Zenovich, a Canon EOS C300 Mark II filming him.
Higgins benötigte eine vielseitige Kamera, die dokumentarische Szenen auf der Straße sowie förmliche Interviews aufnehmen konnte. „Dank der Lichtempfindlichkeit der Canon EOS C300 Mark II konnten wir das Umgebungslicht optimal nutzen oder verstärken und einen stilistisch kohärenten Film schaffen“, sagt er. © Nick Higgins/ESPN
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Kameramann Nick Higgins entschied sich für eine Canon EOS C300 Mark II mit einer Reihe von Prime- und Zoom-Objektiven der L-Serie, einschließlich des Canon EF 50mm f/1.2L USM und der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten aktuellen Versionen der Objektive Canon EF 16-35mm f/2.8L III USM, Canon EF 24-105mm f/4L IS II USM und Canon EF 70-200mm f/4L IS II USM.

„Für diese Produktion gab es zwei unterschiedliche Arten von Filmarbeiten: dokumentarische Szenen mit Lance und förmliche Interviews mit seinen Freunden und Teamkollegen in weit verstreuten Ecken der Welt“, erklärt Higgins. „Wir nahmen die Canon EOS C300 Mark II, weil sie extrem vielseitig ist und es uns ermöglichte, mit Lance Schritt zu halten. Die Kamera ist so leicht, dass mir die Aufnahmen ohne Verwacklungen gelangen. Das war wichtig, weil wir seine Abläufe nicht unterbrechen konnten, um die Setups zu ändern.“

Die kompakte Größe der EOS C300 Mark II ermöglichte es Higgins, dem Geschehen zu folgen. „Wir brauchten eine leichte Ausrüstung“, sagt er. „Lance sitzt nicht gerne herum. Manchmal folgten wir ihm, während er auf der Straße mit dem Rad unterwegs war, wobei wir ihn aus einem Kleinbus filmten, oder wir luden Fahrräder in einen Kurzstreckenjet, und schon hob das Flugzeug mit uns ab. In solchen Situationen ertrug er es nicht, wenn wir zusätzliche Ausrüstung mit uns führten.“

Marina Zenovich and Lance Armstrong sit in a private jet, Lance being filmed on a Canon EOS C300 Mark II.
Die Filmcrew von „Lance“ wusste vorher nie, wann sie kurzfristig ins Flugzeug springen musste, weshalb sie immer mit leichtem Gepäck unterwegs war. © Nick Higgins/ESPN
A couple embrace, in a still from Oscar-nominated documentary Walk Run Cha-Cha.

Die für einen Oscar nominierten und ausgezeichneten Filme, die mit Canon Ausrüstung gedreht wurden

Bei den Oscar-Nominierungen 2020 der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ handelte es sich überwiegend um Filme, die mit Canon Ausrüstung gedreht wurden.

Die Crew verbrachte auch rund drei Wochen damit, durch Europa zu reisen und Interviews zu filmen. „Täglich waren wir mit Bahn, Bus und Flugzeug unterwegs“, erzählt Higgins. „Es ist großartig, dass die Canon EOS C300 Mark II und alle meine Objektive in zwei Tragekoffer passten. Auch wenn unser aufgegebenes Gepäck abhanden kam, konnten wir, kaum am Drehort angekommen, sofort loslegen, da wir die beiden Taschen immer dabei hatten.“

Higgins Lieblingsobjektiv ist das Canon EF 50mm f/1.2L USM. „Mit einer Blende von 1:2 leistet es in etwa 1,80 Meter vom Interviewpartner ganze Arbeit, um die Aufmerksamkeit vollständig auf das Motiv zu richten“, erzählt er. „Ich mag es, wenn Interviewhintergründe die Illusion von Tiefe erzeugen, aber sie sollen nicht die Aufmerksamkeit des Zuschauers absorbieren und ablenken.

„Ich habe ein paar Hundert Interviews mit der Canon EOS C300 Mark II aufgenommen, sodass ich ein Gefühl dafür habe, wie ich ihre Stärken einsetzen kann. Beim Filmen in Canon Log gibt es oft genug Spielraum, um Fenster ins Bild aufzunehmen, was ich gerne mache. Es ist noch gar nicht allzu lange her, da musste man Fenster um jeden Preis vermeiden, da die Kameras mit dem Kontrast nicht klar kamen.“

Director Andrea Vinciguerra places plasticine characters into a paper-cut scene.
Regisseur Andrea Vinciguerra bereitet seine Figuren auf eine Szene in „No, I Don't Want to Dance!“ vor. Für ihn war die Canon EOS 5D Mark II (mittlerweile ersetzt durch das Nachfolgemodell Canon EOS 5D Mark IV) eine hervorragende Wahl für Trickfilmer, mit ihrer hohen Bildqualität, der exzellenten Livebild-Schnittstelle und der umfassenden Kompatibilität mit Stop-Motion-Software. © Andrea Vinciguerra
Characters being photographed in a swimming pool scene for No, I Don't Want to Dance!
„No, I Don't Want to Dance!“ hatte eine Produktionszeit von fast fünf Monaten. Dazu gehörten drei Wochen Set-Aufbau, Requisiten und Puppen, die Aufnahmen in einem Studio in Hackney Wick, London, die vier Wochen dauerten, sowie Prä- und Post-Produktion. © Andrea Vinciguerra
A set from No, I Don't Want to Dance! is lit, a person reviewing the photographed stop-motion footage on a screen beside the set.
Wie bei allen Stop-Motion-Filmen war die akribische Arbeit an „No, I Don't Want to Dance!“ bei durchschnittlich sechs bis acht Sekunden an fertigen Aufnahmen pro Tag recht aufwändig. Vinciguerra arbeitet freiberuflich, sodass er auf andere Arbeiten verzichten konnte, um sich voll und ganz dem Projekt zu verschreiben, das fast vollständig von ihm und seiner Freundin finanziert wurde. © Andrea Vinciguerra

„Nach einem Gespräch mit dem Ausrüster – einem freundlichen Trickfilmer alter Schule namens Mark Swaffield – fand ich heraus, dass die Kamera, die ihm vorschwebte, tatsächlich in Wes Andersons Stop-Motion-Film „Der fantastische Mr. Fox“ (2009) verwendet wurde. Mehr brauchte ich nicht zu wissen, meine Entscheidung war gefallen!“ Bei „Isle of Dogs“ (2018) blieb sich Wes Anderson mit der Verwendung von Canon EOS-Kameras treu.

„Wie folgten einem Standardansatz für Stop-Motion“, erklärt Vinciguerra: „Beleuchtung einrichten, Kamera mit [der Software für Stop-Motion-Animation] Dragonframe verbinden, dann fokussieren und aufnehmen. Wir nahmen täglich durchschnittlich sechs bis acht Sekunden [Content] auf, sodass es ziemlich langwierig war.“

DoP Peter Alton filming Walter Mercado on stage in an empty auditorium, using a Canon EOS C300 Mark II.
Kameramann Peter Alton verließ sich beim Dreh von „Mucho Mucho Amor“ auf zwei Canon EOS C300 Mark II. Für ein Event in Miami nutzte er eine weitere Kamera. © Joey Daoud

„Meiner Meinung nach ist die Canon EOS C300 Mark II die beste Wahl für Dokumentarfilmer“, sagt Kameramann Peter Alton. „Sie ist so vielseitig, verfügt über hochwertige Audioeingänge und -steuerungen, und ihre Größe eignet sich bestens für kleine Filmcrews. Ohne großes Team lässt sich die Intimität mit den Darstellern leichter herstellen. Das Bild ist wunderschön, und die Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen ist unglaublich.“

Die Kamera eignet sich hervorragend für verschiedene Aufnahmesituationen. „Die Dreharbeiten erforderten viel Flexibilität“, erklärt Alton. „Wir wechselten von Szene zu Szene, fuhren mit dem Auto hin und her, brachten uns für Interviews im Sitzen in Position, dann schnell die Kamera auf einen Slider montiert – und all das womöglich an einem einzigen Tag. Diese Kamera eignet sich hervorragend für alle diese Settings, die Einstellungen lassen sich im Handumdrehen anpassen.“

Die Verwendung einer Canon EOS DSLR als zweite Kamera half dem Produktionsteam nicht nur dabei, das Budget einzuhalten, das kleinere Gehäuse war zudem bei der Arbeit mit dem Gimbal nützlich“, sagt Alton. Als es um die Objektivwahl ging, entschied er sich für das Canon EF Zoomobjektiv der L-Serie sowie für ein Canon EF 50mm 1:1,2 L USM Objektiv mit Festbrennweite. „Für Dokumentararbeiten mit begrenztem Budget und Personal sind die Canon EF L Zoom-Objektive der L-Serie einfach hervorragend“, sagt er. „Bei Blende 1:2,8 sind die Aufnahmen wunderschön, und das stabilisierte Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS III USM Objektiv ist besonders gut.“

Director Patricia Vidal Delgado sits beside a road with a Canon EOS C500 on a tripod.
„La Leyenda Negra“ ist ein Schwarzweißfilm, der in Compton, Kalifornien, mit einer Canon EOS C500 (mittlerweile ersetzt durch das Nachfolgemodell Canon EOS C500 Mark II) an Originalschauplätzen aufgenommen wurde. © Marlena Ryan/Patricia Delgado Productions
A film crew shoot using a Canon EOS C500 handheld, as a woman kneels in a front yard at night.
Der schwierigste Aspekt war eine Nachtaufnahme vor Ort mit minimaler Beleuchtung. Laut Kameramann Matt Maio waren die Low-Light-Eigenschaften der Canon EOS C500 entscheidend. © Marcel Perez/Patricia Delgado Productions

La Leyenda Negra

Kameramann Matt Maio entschied sich für das Spielfilmdebüt „La Leyenda Negra“ von Patricia Vidal Delgado aufgrund ihrer Low-Light-Eigenschaften für die Canon EOS C500 (mittlerweile ersetzt durch die Canon EOS C500 Mark II). Der Schwarzweiß-Film handelt von einem jugendlichen Einwanderer aus El Salvador in Compton, Kalifornien.

„Die nächtlichen Außenaufnahmen waren aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse wirklich schwer zu filmen“, sagt Maio. „Wir drehten „on location“ bei minimaler Beleuchtung, erstens aufgrund unseres kleinen Budgets und zweitens weil wir die Umgebung zeigen wollten, die für die Entwicklung unserer Charaktere wichtig war. Die Canon EOS C500 fängt in schwach beleuchteten Umgebungen mit niedrigem Bildrauschen selbst bei hoher ISO-Einstellung viele Details ein. Es war großartig, einfach die Kamera zu nehmen und loszulegen. Die Kamera gab uns viel Freiheit zum Experimentieren.“

Maio stellte außerdem fest, dass das geringe Gewicht der Kamera ihm beim Geschichtenerzählen einen Vorteil bot. „Der Regisseur und ich entschieden, dass es sehr wichtig war, die Beziehungen dieser Charaktere auf natürliche und unauffällige Weise einzufangen“, sagt er. „Der Film sollte Nähe vermitteln, und eine Möglichkeit, das zu erreichen, war die Kamera vom Stativ zu nehmen. Die Canon EOS C500 ist leichter als andere [Filmkameras], sodass ich sie den ganzen Tag über in der Hand halten konnte.“

Verfasst von Marcus Hawkins


Matt Maios Ausrüstung

Die Ausrüstung, die Profis für Videoaufnahmen verwenden

A Canon EOS C500 Mark II with 30-300mm cine lens.

Kameras

Canon EOS C500 Mark II

Das Cinema EOS System der neuen Generation mit 5,9K Vollformatsensor in einem neu entwickelten, kompakten und robusten Cinema EOS Gehäuse. „Die Canon EOS C500 fängt in schwach beleuchteten Umgebungen mit niedrigem Bildrauschen selbst bei hoher ISO-Einstellung viele Details ein“, schwärmt Maio.

Canon EOS C300 Mark II

Das extrem kreative Produktionstool, das 4K/Full HD mit bis zu 15 Stufen Dynamikumfang aufzeichnet. „Die Kamera ist so leicht, dass mir die Aufnahmen ohne Verwacklungen gelangen“, berichtet Higgins.

Objektive

Canon EF 50mm f/1.2L USM

Professionelles Objektiv der L Serie mit Lichtstärke 1:1,2 für Low-Light-Aufnahmen und eine extreme Steuerung der Schärfentiefe. „Es leistet ganze Arbeit, um die Aufmerksamkeit vollständig auf das Motiv zu richten“, schwärmt Higgins.

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