Die faszinierenden Geschichten unserer Zellen durch Print sichtbar machen.

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Eine Frau, gekleidet in Jeans und einer grün gemusterten Jacke über einer hellen Bluse, hält eine Präsentation. Sie steht neben einem großen Bildschirm, auf dem der Titel „The Beauty Scientific Images“ zu sehen ist.

Dr. Rasha Msallam ist eine äußerst versierte Ärztin, Wissenschaftlerin und Beraterin, doch etwas hat sie während ihrer gesamten Laufbahn beschäftigt – nämlich die Frage, wie sie die Lücke zwischen ihrer wissenschaftlichen Welt und den Menschen schließen kann, die von ihrer Arbeit profitieren. Zunächst arbeitete sie als Zahnärztin, wo es auf eine gute Kommunikation mit den Patienten und Patientinnen ankommt, promovierte dann jedoch im Fach Immunologie. Zu dieser Zeit fiel ihr auf, dass die Menschen außerhalb ihres Labors nur wenig davon mitbekamen, woran sie arbeitete. Damals ahnte sie noch nicht, dass sie eine Lösung nicht im Labor, sondern in Dubai finden würde – umgeben von anderen Frauen und mit Canon-Druckern.

Dr. Msallam stammt eigentlich aus Syrien, konnte jedoch dank eines Stipendiums in Paris promovieren, wo sie erkannte, dass sie nicht nur eine neue Sprache erlernen musste, sondern auch, dass Mediziner:innen und Wissenschaftler:innen auf verschiedene Art und Weise Informationen austauschten. „Aufgrund meiner Erfahrung als Ärztin stehen für mich immer die Patient:innen im Mittelpunkt“, erklärt sie. „Aber in der Grundlagenforschung ging es eher weniger um sie. Es war eher eine intellektuelle Arbeit, bei der eine Hypothese bewiesen werden sollte.“

Eine Freundin und Kollegin half ihr dann, die Situation besser einzuordnen. „Sie kennt sich richtig gut mit Wissenschaftskommunikation und meinte zu mir: ‚Wenn niemand nachvollziehen kann, was du in deiner Forschung machst, dann machst du etwas falsch.‘“ Diese Aussage zwang Dr. Msallam dazu, ihre Komfortzone zu verlassen, und sie begann zu überlegen, wie eine bessere Kommunikation mit Menschen außerhalb der Wissenschaft erreicht werden kann. Gleichermaßen aufschlussreich war ihre Tätigkeit bei einem Start-up, das medizinische Fehlinformationen in den sozialen Medien aufdeckte. „Social-Media-Unternehmen sind verpflichtet, Fakten zu prüfen und Erklärungen in einer einfachen Sprache anzubieten, die alle verstehen können“, sagt sie. „Und es ist schwierig, in nur einem Satz zu erklären, warum an einem dreißigsekündigen Clip voller irreführender Informationen alles falsch ist.“

Mikroskopische Aufnahme mit verstreuten roten Clustern vor dunkelgrünem Hintergrund, sowie mit fünf dunklen, kreisförmigen Vertiefungen mit jeweils einem gelbgrün leuchtenden Fragment. Laien könnten darin eine Kerze auf einem Bett aus Blütenblättern erkennen.

Visuelle Daten von Immunzellen in der Ohrhaut einer genetisch veränderten Maus. Bildquelle: „Msallam, R.; Malissen, B.; Launay, P.; Blank, U.; Gautier, G.; Davoust, J. Mast Cell Interaction with Foxp3+ Regulatory T Cells Occur in the Dermis after Initiation of IgE-Mediated Cutaneous Anaphylaxis. Cells 2022, 11, 3055.https://doi.org/10.3390/cells11193055

Daraufhin änderte sie ihre Herangehensweise. Anstatt weiterhin nur Wissen vermitteln zu wollen, setzte sie sich ein neues Ziel. Ihr neuer Ansatz war, allen Menschen auf einfache und verständliche Weise wissenschaftliche Themen näherzubringen. „Ich war quasi davon besessen, den Zugang für alle zu öffnen“, gibt sie zu. Zu diesem Zeitpunkt stand auch gerade ihr Umzug nach Dubai an, wo sie eine Beratungsfirma, NextGen of Immunology (NGIg), gründete, um Doktorand:innen beim Einstieg in ihre Forschungskarriere zu begleiten – mit Mentoring, Strategien für Experimente, Schulungen und Unterstützung im Projektmanagement. Als frischgebackene Unternehmerin suchte sie sofort den Kontakt zum Dubai Business Women Council, um andere gleichgesinnte Gründerinnen kennenzulernen. Dort stieß sie auf eine große Gemeinschaft äußerst erfolgreicher Geschäftsfrauen mit Unternehmergeist im Blut – einige von ihnen betrieben gleichzeitig mehrere Start-ups! 

Hier lernte Dr. Msallam das Programm Women Who Empower von Canon Middle East kennen, bei dem es darum geht, Gründerinnen essenzielle Fähigkeiten in Druck, Fotografie und Content-Erstellung zu vermitteln, damit sie ihre Unternehmen einem größeren Publikum bekannt machen können. „Ich war sehr neugierig… Und ich dachte: Was kann ich eigentlich vom Drucken lernen?“ Aber sie war sehr glücklich, in das Programm aufgenommen worden zu sein („Ich stand auf der Warteliste und als ich ausgewählt wurde, freute ich mich wie ein kleines Kind über seinen ersten Lolli!“) und erkannte schnell, dass das Thema Druck weitaus mehr Facetten hatte, als ihr jemals bewusst gewesen war.

„In meiner Doktorarbeit ging es um Bildgebung, wobei wir mithilfe einer neuen Generation der Konfokalmikroskopie die Zellen lebender Tiere verfolgten und visualisierten. Und wie viele andere dachte ich immer, dass diese Art der Visualisierung in der Biologie für die wissenschaftliche Fachwelt nicht aussagekräftig genug sei – ‚nur hübsche Fotos‘, wie manche kommentierten, wenn sie die Daten präsentierte. „Canon hat mir gezeigt, dass das nicht stimmt. Vielmehr ist es ein wesentlicher Bestandteil der Wissenschaftskommunikation für ein breiteres Publikum – für die Menschen.“ Als sie dann eine Geschäftsidee vorstellen musste, bei der das Drucken im Zentrum stand, wusste sie genau, was zu tun war: „Ich schaute mir die Daten meiner Doktorarbeit noch einmal an.“

Aus dem Labor heraus an die Öffentlichkeit. Auf diese Weise wird die Wissenschaft demokratisiert.“

Sie war zwar keine versierte Fotografin, nutzte jedoch die sich ihr bietende Gelegenheit, um die Welt der wissenschaftlichen Forschung auf neue Weise darzustellen. Ihr Interesse galt der Organbildgebung, wobei sie von einem Kleintiermodell fasziniert war. Laut Dr. Jeff Lichtman, Professor für Molekular- und Zellbiologie an der Harvard University, ist die Neuronenpopulation des Hippocampus der Ratte, allgemein bekannt als „Brainbow“ schlichtweg schön. „Wenn man den Kontext nicht kennt, sieht man nur einen Regenbogen – wunderschöne Farben – Türkistöne, Rot, Gelb … es ist eine reine Wissenschaft und deshalb habe ich das Konzept des wissenschaftlichen Drucks aufgegriffen. Aus dem Labor heraus an die Öffentlichkeit. Auf diese Weise wird die Wissenschaft demokratisiert.“

Besonders beeindruckt war sie von Canons Reliefdruck, und sie erkannte sofort verschiedene Möglichkeiten, um damit tastbare Darstellungen des Immunsystems der Haut schon den jüngsten Schulkindern näherzubringen. Zum Beispiel ihre Arbeit mit RMB-Technologie während ihrer Promotion, für die visuelle Daten von Immunzellen in der Ohrhaut einer genetisch veränderten Maus vorlagen. Die Vorstellung, wissenschaftliche Zusammenhänge direkt erfahrbar zu machen, faszinierte sie besonders. Für sie ging es dabei nicht nur darum, früh Interesse an naturwissenschaftlichen Karrieren zu wecken, sondern auch darum, Kindern einen greifbaren Zugang zu den Geschichten zu ermöglichen, die in unserem Körper entstehen, in unseren Zellen gespeichert sind und sich im gesamten lebenden Umfeld widerspiegeln.

„Wenn man die Funktion jedes Organs, die Struktur und den Aufbau jedes Gewebes versteht, ist das wunderschön. Wenn man Menschen ohne wissenschaftlichen Hintergrund das Gesehene ohne jegliche Bewertung oder Kontext präsentiert, kommt es oft zu Überraschungen“, erklärt sie. „Nachdem wir die Zellen der Haut einer Maus mit einem roten, fluoreszierenden Marker versehen hatten, wurde ein Haarfollikel in der Mitte einer rot gefärbten Zelle erkennbar. Wer jedoch nicht weiß, dass es Haut ist, könnte meinen, es sei eine von Blumen umgebene Kerze.“

Dr. Msallam hofft, dass ihre Initiative, SciSnap, eine Brücke zwischen den Gemeinschaften schlagen kann. Indem sie die Sprache der Wissenschaft übersetzt, möchte sie mehr für Vertrauen werben und zeigen, was Forschung für den Alltag der Menschen bedeutet. „Es wird so viel durch öffentliche Mittel finanziert und ich möchte, dass alle verstehen, dass sie Teil der Forschung sind und wissenschaftliche Innovation für alle da ist.

Erfahren Sie mehr über das Programm Women Who Empower von Canon Middle East.

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