Wie Tethys durch Bilder Maßnahmen für die Zukunft unserer Ozeane entwickelt.

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Auf dem Foto, das von oben aufgenommen wurde, stehen Forschende am Bug eines Bootes und beobachten, wie gestreifte Delfine im tiefblauen Wasser springen.

Fünfzehn Jahre sind eine lange Zeit, egal wie man es betrachtet. Doch in der Welt des Meeresschutzes fühlt es sich wie eine Ewigkeit an. Im Jahr 2001 sprach man von der Klimakrise als einem zukünftigen Ereignis. Heute sind es wohl unsere Ozeane, die am stärksten betroffen sind. Und Canon Italy arbeitet in dieser Zeit eng mit dem Tethys Research Institute zusammen, da es wichtige wissenschaftliche Forschung betreibt, deren Auswirkungen weit über den Mittelmeerraum hinausreichen.

„Die Fotoidentifikation verschiedener Arten ist für unsere Datenanalysen von großer Bedeutung“, erklärt Sabina Airoldi, Senior Project Director bei Tethys. „Wir haben per Fotoidentifikation Tausende Tiere im Pelagos Sanctuary erfasst, darunter 230 Pottwale und über 700 Finnwale.“ Das Schutzgebiet, ein besonders geschütztes Gebiet von mediterraner Bedeutung, ist ein wichtiger Hotspot der marinen Biodiversität im nordwestlichen Mittelmeer und wurde von Italien, Frankreich und Monaco eingerichtet, um die Meeressäugetiere des Mittelmeers und ihren Lebensraum zu schützen.

Hier kann das Team von Tethys den Verlauf und die Bewegungen der Tiere über Monate und Jahre hinweg beobachten und sie dank globaler Partnerschaften auf ihren Reisen nachverfolgen. „Fünf der Arten im Mittelmeer gelten als gefährdet. Mit einer Canon Kamera und einem Objektiv können wir die Bewegungen dieser Tiere nachverfolgen“, erklärt sie. „Wir können ihnen Namen und Codes zuweisen, so dass sich Populationsgrößen und Sterberaten im Zeitverlauf ermitteln lassen.

Dies erreichen sie dank einem Kernteam von zehn Forscher:innen, welches zwischen Mai und Oktober durch weitere zehn bis fünfzehn Forscher:innen aus aller Welt ergänzt wird. Dann arbeiten sie in Schichten von drei bis vier Wochen auf See und beobachten und fotografieren die Tiere ohne Unterbrechungen. „Es ist wirklich harte Arbeit“, sagt sie. „Wir beginnen um sieben Uhr morgens und sind manchmal erst um zwei Uhr nachts mit der Eingabe der Tagesdaten fertig.“

Luftaufnahme eines Bootsdecks mit mehreren Forschenden, die Grindwale beobachten, wie sie im klaren Wasser des Ozeans neben dem Boot schwimmen.

Langflossen-Grindwale; mit freundlicher Genehmigung des Tethys-Forschungsinstituts

Aufgrund strenger Naturschutzrichtlinien für die von wilden Walen und Delfinen bewohnten Schutzgewässer müssen die Teams ihre Bildaufnahmen vom Boot aus durchführen. Deshalb benötigen sie leistungsstarke Bildgebungsverfahren, um selbst die subtilsten Merkmale jedes einzelnen Tieres präzise erfassen zu können. „Einzigartige natürliche Merkmale helfen uns“, erklärt sie. „Bei Delfinen verwenden wir beispielsweise die Rückenflosse. Bei Pottwalen verwenden wir den ventralen Teil der Schwanzflosse [den flachen Teil einer Schwanzflosse], und bei Finnwalen machen wir Bilder von der rechten Kopfhälfte, wo sich die Blesse [ein heller Streifen hinter dem Auge] und das Chevron [eine V-förmige Zeichnung auf dem Rücken] befinden – die so individuell sind wie ein Fingerabdruck.

Durch die langjährige Zusammenarbeit mit Canon Italy hatte das Tethys Institute Zugang zu modernsten Kameras und Objektiven, um diese äußerst anspruchsvollen und veränderlichen Daten zu sammeln. Zuletzt kam das EOS R-System zum Einsatz, das laut Sabina über einen „extrem schnellen Autofokus verfügt, was für uns wirklich das wichtigste Merkmal ist“. Es ist sich aber auch sonst rund um die Uhr ideal für ihre Arbeit über große Entfernungen hinweg und für schwierige Lichtverhältnisse. Jede Kamera, die sie verwenden, muss zudem schnell und reibungslos mit ihrer Datenanalysesoftware zusammenarbeiten können – denn das Letzte, was sie auf See gebrauchen könnten, wären technische Probleme um 2 Uhr nachts und im Dunkeln.

Die Schwanzflosse eines Pottwals ragt aus dem Meerwasser; im Hintergrund liegt ein Segelboot vor Anker.

Pottwal; mit freundlicher Genehmigung des Tethys Research Institute

„Unsere Mission ist es, sehr robuste wissenschaftliche Daten zu erzeugen, die wir Regierungen präsentieren können, um die von ihnen zukünftig getroffenen Schutzmaßnahmen zu beeinflussen“, erklärt Sabina. Und es zeigt Wirkung – Tethys war sowohl für die Neuklassifizierung des Schutzstatus von fünf Arten durch die IUCN verantwortlich als auch an der Einrichtung einer PSSA (Particularly Sensitive Sea Area; eines besonders empfindlichen Seegebiets) im nordwestlichen Mittelmeer beteiligt. „Dank unserer Forschung haben wir festgestellt, dass das Risiko, dass Finn- und Pottwale von Handelsschiffen angefahren werden, deutlich sinkt, wenn Schiffe mit einer Geschwindigkeit von weniger als zehn Knoten fahren.“ „Wir arbeiten daher eng mit der Italienischen Küstenwache zusammen, um das Risiko von Schiffskollisionen mit Walen zu verringern, sensibilisieren Reedereien und fordern Schiffe auf, ihre Geschwindigkeit zu reduzieren, wenn Wale in dem Gebiet gesichtet werden.“ Die Meldung und Dokumentation von Sichtungen ist zwar absolut entscheidend für diese Mission, aber auch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist unerlässlich, um ihre Arbeit zu unterstützen.

Die Geschichten zweier Pottwale fesselten die Öffentlichkeit besonders – Freddy und Canon (ja, zu Ehren der langjährigen Partnerschaft!). Canon wurde erstmals 2016 gesichtet und von 2019 bis 2023 noch viele weitere Male. In den Jahren 2021 und 2023 wurde Canon zusammen mit Freddy beobachtet, bei dem schnell eine tiefe Wunde am Rücken festgestellt wurde, die vermutlich durch eine Kollision oder ein versehentliches Verfangen in einem Fischernetz entstanden war. Diese Verletzung war ein eindeutiger Beweis dafür, dass Menschen in einem kritischen Lebensraum für Pottwale ein Risiko darstellen, und Tethys konnte die Geschichte von Canon und Freddy über viele Jahre hinweg erzählen. Sie verfolgten Freddys Heilungsprozess und beobachteten, wie er immer wieder zum Pelagos-Schutzgebiet zurückkehrte.

Luftaufnahme eines großen Pottwals, der an die Oberfläche kommt und in der Nähe eines weißen Bootes mit mehreren Forscher:innen einen regenbogenfarbenen Wassernebel ausstößt.

Freddy, der Pottwal; mit freundlicher Genehmigung des Tethys Research Institute

Jedoch sind diese scheinbar kleinen Geschichten Teil eines großen und engagierten Netzwerks, und Tethys ist stolz, dazuzugehören. „Unser Untersuchungsgebiet umfasst mehr als 25.000 Quadratkilometer, aber diese Tiere bewegen sich sehr viel. „Sie sind also eigentlich nur auf der Durchreise“, erklärt sie. „Wir haben uns sehr bemüht, mit anderen Instituten zusammenzuarbeiten und verfügen inzwischen über ein wirklich starkes Netzwerk. Denn wenn man keine Daten teilt, kann man nicht die nötigen aussagekräftigen Ergebnisse erzielen. Das Endziel ist der Schutz dieser Tiere.“ Jedes Mal, wenn Forscher:innen ihre EOS R nutzen, um einen Wal, einen Delfin oder eine der vielen anderen geschützten Arten zu fotografieren, geht das Bild auf Reisen. Und es schafft ein globales Bild, das in konkrete Maßnahmen für all unsere Ozeane umgesetzt wird.

Wir unterstützen Bemühungen zur Bewahrung der verborgenen Korallenwelt. Verfolgen Sie den Fortschritt unserer Arbeit hier.

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