Gewinner der Canon Club Challenge: Farbenfrohe Porträts mit Persönlichkeit, mit Bernard Vaquer

Mutige Gedanken zu Farben, Stimmung und Charakter in der Porträtfotografie.
Eine Frau in tief burgunderroter Kleidung und einem für Vietnam typischen, spitz zulaufenden Hut, sitzt und arbeitet an einem Netz. Ein blaues Gewebe füllt den Hintergrund. Retuschiertes Reisefoto von Bernard Vaquer.

Ein Bild mit dem Titel „La femme au filet“, erschaffen von Bernard Vaquer aus einer alten Reiseaufnahme. © Bernard Vaquer

Die ChallengeFarbenfrohe Porträts mit Persönlichkeit“ wurde von der Porträt- und Event-Fotografin Corinne Cumming gestellt. Die Aufgabe: Erschaffe dein leuchtendstes, mutigstes Porträt einer Person oder Gruppe, und setze dabei Farben bewusst ein.

Das Gewinnerbild, das von Mitgliedern im Canon Club durch eine Abstimmung in der Community ausgewählt wurde, stammt vom französischen Fotografen Bernard Vaquer. Sein Porträt mit dem Titel „La femme au filet“ sticht sofort ins Auge: mit leuchtenden Farben und doch ruhig, voll stiller Präsenz.

Die Geschichte hinter dem Bild

„In einer Komposition sind die Farben ein wesentliches Element des Bildes“, sagt Bernard. „Heute messe ich der Zusammenstellung und den Farben mehr Bedeutung zu, als der eigentlichen Aufnahme des Bildes.“

Schon seit seiner Kindheit fotografiert Bernard mit Leidenschaft. Mit 16 Jahren begann er mit einer Canon AE-1 und entwickelte seine ersten Bilder in einer improvisierten Dunkelkammer. Er machte die Fotografie zwar nicht zu seinem Beruf, doch im Rentenalter wandte er sich ihr ernsthaft zu und studierte mehrere Jahre an der ENSP (der nationalen Schule für Fotografie) in Arles. Hier lernte er den Umgang mit Adobe Photoshop und Lightroom1, und konnte sein Verständnis für Bilder und Kompositionen vertiefen. Auch dieser Hintergrund erklärt, warum dieses Porträt den Eindruck einer sorgfältigen Zusammenstellung vermittelt.

Ein farbenfrohes Porträtfoto zeigt eine Frau mit rotem Haar, die in einem Set mit passenden Rot- und Lilatönen sitzt. Aufgenommen von Corinne Cumming mit einer Canon EOS R6 Mark III Kamera und einem Canon RF 24-105mm F2.8 L IS USM Z Objektiv.

Corinne Cumming hat sich auf das Fotografieren von Livemusik, Events und Drag Shows spezialisiert. Das Bild stammt aus einem Shooting mit Venus Grrrls, einer fünfköpfigen Alternative-Rock-Band aus dem Norden Englands. Aufgenommen mit einer Canon EOS R6 Mark III mit einem Canon RF 24-105mm F2.8 L IS USM Z Objektiv bei 35 mm, Verschlusszeit 1/125 Sek., Blende 1:4,5 und ISO 100. © Corinne Cumming

Die Technik

Am Anfang des Bildes stand ein Reisefoto, aufgenommen mit einer Canon EOS-1D X. Bernard arbeitete damit, um näher an das Bild heranzukommen, das ihm vorschwebte: Ein jüngeres Motiv mit einem breiteren Lächeln und sanfterem Blick, den Kopf leicht geneigt. So wollte er das Auge anziehen und die Intimität des Moments weich zeichnen.

Im Ergebnis fühlt sich das Porträt sowohl mitreißend als auch kontrolliert an. Durch den Farbkontrast bleibt es uns derart im Gedächtnis. Ein Gewebe aus blauen Schichten im Vordergrund und im Hintergrund schafft Textur und wirkt beinahe wie ein Kokon. Das kühle türkisblaue Netz hebt das kräftige Rot der Kleidung hervor. Bernard zufolge ist diese Harmonie zwischen Komplementärfarben einer der wichtigsten Faktoren in dem Bild.

Auch die Komposition ist von zentraler Bedeutung. Das Motiv ist an einer starken Kompositionslinie ausgerichtet und dabei etwas nach rechts versetzt, wodurch die Aufnahme nicht zu symmetrisch wirkt. Das Gewebe schafft sanfte visuelle Linien, die das Auge zum Gesicht und den Händen der Frau zurückführen.

Der emotionale Ton ist ebenso wichtig wie die Farbpalette. Trotz all der Textur fühlt sich das Bild völlig ruhig an. Der Ausdruck ist sanft, das Licht weich, und durch den Bildausschnitt ist der Betrachter nah am Motiv. Wie man sieht, müssen Porträts mit Persönlichkeit nicht immer dramatische Gesten und ein übertriebenes Styling enthalten. Persönlichkeit lässt sich auch durch Atmosphäre, Zurückhaltung und das Zusammenspiel von Farben und Formen erreichen.

Eine Canon EOS R1 Kamera mit einem Canon RF 24-70mm F2.8 L IS USM Objektiv, dargestellt mit Basketballspielern, die unscharf im Hintergrund zu sehen sind.

Das aktuelle Gegenstück des von Bernard verwendeten Kits ist unser Spitzenmodell, die Canon EOS R1 mit einem Canon RF 24-70mm F2.8 L IS USM Objektiv. Die Kamera eignet sich besonders gut für Sport und Action sowie für die dynamische Porträtfotografie. Mit der rasenden Geschwindigkeit (bis zu 40 FPS mit elektronischem Verschluss) und fortschrittlichen Funktionen wie der Voraufnahme wirst du keinen Moment mehr verpassen. Außerdem findest du hier bahnbrechende Autofokus-Funktionen, darunter den Modus „Aktionspriorität“, der in bestimmten Sportarten automatisch das zu fokussierende Motiv bestimmt, und den Modus „Personen-Priorität registrieren“, bei dem du im Voraus das Motiv festlegen kannst, auf das sich die Kamera fokussieren soll.

Eine Canon EOS R6 Mark III mit einem Speedlite EL-1 Blitzgerät und verschiedenen Canon RF Objektiven.

Corinne verwendet eine Canon EOS R6 Mark III, die über viele der bereits bekannten Funktionen für den intelligenten Autofokus verfügt, darunter auch Personen-Priorität registrieren. Alle Kameras im EOS R System funktionieren mit beliebigen RF oder RF-S Objektiven, und die Reihe enthält überarbeitete Gegenstücke für beliebte EF Objektive der vergangenen Generation, wie RF 24-70mm F2.8 L IS USM. Anders als der EF Vorgänger, bietet das RF Objektiv neben vielen weiteren Verbesserungen eine Bildstabilisierung.

Die Ausrüstung

Das Ausgangsbild wurde mit einer Canon EOS-1D X und einem Canon EF 24-70mm f/2.8 Objektiv aufgenommen. Doch Bernard spricht offen darüber, wie das Porträt durch Nachbereitung geprägt wurde. Der Fotograf hat Erfahrung mit Dunkelkammerverfahren und digitaler Bearbeitung. Die KI-Tools von heute sieht er als Teil einer langen Evolution im Erschaffen von Bildern.

„In der Filmfotografie musste man Masken, Übergänge und Körnungen schaffen, um ein Bild zu ändern“, sagt er. „In Photoshop1 musste man sich mit Auswahlen, Einstellungsebenen, Kurven und selektiven Anpassungen auskennen.“ Heute ist KI für ihn ein Werkzeug, das gemeistert werden will. Bilder werden nicht einfach verändert, sondern Schritt für Schritt strukturiert, um die Komposition, den Bildausschnitt und die Farbharmonie zu erreichen, die Bernard von Anfang an vorschwebten.

Bernards Top-Tipps

Bernard rät dazu, über den Moment der Aufnahme hinauszudenken und sich darauf zu konzentrieren, was das Bild wirklich vermitteln soll. Für ihn hat die Fotografie etwas mit der Malerei gemeinsam: Es geht nicht nur darum, das einzufangen, was da ist.

„Ein Maler überträgt eine Landschaft, und genauso überträgt ein Fotograf eine Impression, ein Gefühl, einen Moment“, sagt er. „Und wenn das den Betrachter anzieht, ist die Aufnahme ein Erfolg.“

Achte daher auf die Beziehung zwischen den Farben. Überlege dir deine Komposition sorgfältig. Berücksichtige, wie Ausdruck, Haltung und Bildausschnitt das Auge lenken. Und am wichtigsten: Frage dich, welche emotionale Reaktion dein Bild beim Betrachter auslösen soll.

Mach mit!

Geh zum Canon Club und nimm an der nächsten Challenge teil oder stimme für deine Lieblingsbilder ab, auch wenn du selbst nichts einreichst.

  1. Adobe, Lightroom und Photoshop sind entweder Marken oder eingetragene Marken von Adobe in den USA und/oder anderen Ländern.
Written by Jeff Meyer

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