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Was war der beste Rat, den die Magnum-Nominierte Diana Markosian je erhielt? „Der Tag, an dem man mir sagte, dass ich langsamer machen soll“

Als Fotografin Diana Markosian ihren Vater nach einer 15-jährigen Trennung traf, sagte er, dass er sie gesucht hätte, und öffnete diesen Koffer mit Zeitungsausschnitten, nicht zugestellten Briefen und einem Hemd für die zukünftige Hochzeit ihres Bruders. „Dinge, die mein Großvater beiseitegelegt hatte in der Hoffnung, uns eines Tages zu treffen“, sagt sie. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark II mit einem Canon EF 24mm f/1.4L II USM Objektiv. © Diana Markosian/Magnum Photos

Eine Uhr tickt sehr laut und betont die Stille im Raum, in dem die Magnum-Nominierte Diana Markosian und ihr lange verschwundener Vater sich am Esstisch gegenübersitzen. „Was hast du dir gedacht, als du den Brief geschrieben hast?“, fragt die armenisch-amerikanische Fotografin Markosian. Ihr Vater antwortet: „Ich will keine Schmerzen. Ich will Liebe.“ Liebe ist das, woraufhin Markosian und ihr Vater hinarbeiten, seit sie 15 Jahre lang getrennt waren, bis Markosian ihn in Armenien aufspürte. Sie hat das Gespräch im Rahmen eines Multimedia-Projekts, bei dem unverarbeitete Gefühle der Verlassenheit, der Sehnsucht, der Unbehaglichkeit und der Distanziertheit deutlich spürbar sind, auf Video aufgenommen.

Dieser sehr persönliche Stil der Fotografie hat Markosian zahllose Auszeichnungen und Plätze auf Listen von „zu beobachtenden“ Fotografen eingebracht – sowie eine Mitgliedschaft als Magnum-Nominierte. Es war jedoch nicht immer klar, dass ihre Arbeit diese Richtung einschlagen würde. Die Grundidee, die ihre Art Geschichten zu erzählen prägte, fand sie erst im Jahr 2011, als sie sich eine Passage aus dem Independent-Film „Smoke“ von Wayne Wang und Paul Auster aus dem Jahr 1995 notierte.

Weise Worte

A man stands in front of a mirror, holding an electric razor. We see his reflection in the mirror, over his shoulder. Behind him are photos on the wall of children.
Markosians Vater, zu dem sie nach ihrer langen Trennung versuchte, eine Verbindung aufzubauen. „Wenn ich ihn ansehe, sehe ich so viel von mir selbst. Sein Wunsch, alleine zu sein, und sein Verlangen, etwas zu erschaffen“, sagt sie. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark II mit einem Canon EF 24mm f/1.4L II USM Objektiv. © Diana Markosian/Magnum Photos
Christian Ziegler’s

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Im Film betrachten die beiden Figuren Paul und Auggie eine Sammlung von Fotos, und Paul beschwert sich darüber, dass Auggies Bilder alle gleich aussehen. Auggie antwortet, „Du wirst es nie verstehen, wenn du nicht langsamer machst, mein Freund.“

„Das war wirklich ein Moment, der mein Leben verändert hat“, erinnert sich Markosian. „Es war, als würde mir jemand von oben sagen: ‚Hey! Die Art und Weise, wie du arbeitest, führt zu nichts. Du könntest viel produktiver sein, wenn du nur bei einem bestimmten Moment, einer bestimmten Person bleibst und dich nur darauf konzentrierst.“

Bevor sie den Film sah, lebte Markosian ein hektisches Leben und versuchte, sich eine Karriere als Fotografin in Tschetschenien aufzubauen. „Als Fotografin war ich so daran gewöhnt, ständig auf alles zu antworten und zu reagieren“, fährt sie fort. „Diese Passage aus ‚Smoke‘ hat meine Wahrnehmung dessen, was Fotografie mir bedeutet, völlig verändert. Es ging nicht mehr darum, zu reagieren, sondern darum, präsent zu sein und in diesem Moment der Präsenz innehalten zu können.“

Die Erfindung meines Vaters

A projector and man's back in the foreground are blurred. Beyond them we see grainy black and white footage of four young adults and a child on a balcony being projected onto a wall.
Markosian betrachtet Videoaufnahmen ihrer Eltern, als sie jung waren. „Meine Eltern haben sich in der Universität in Armenien kennengelernt. Es ist seltsam, Bilder von beiden zusammen zu betrachten. Sie sehen so glücklich aus, so verliebt. Ich kannte nur die Enttäuschung meiner Mutter über ihn“, sagt Markosian. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark II mit einem Canon EF 85mm f/1.8 USM Objektiv. © Diana Markosian/Magnum Photos

Diese neu entdeckte Erkenntnis änderte Markosians Vorgehensweise nicht sofort. Das langsame Erwachen manifestierte sich zwei Jahre später, als sie nach Armenien reiste, um ihren Vater zu treffen. Sie hatte ihn nicht gesehen, seit sie als kleines Kind mit ihrer Mutter in die USA ausreiste.


„Ich begann, eine Beziehung zu einem Mann aufzubauen, den ich nie gekannt habe. Das zwang mich dazu, langsamer zu machen, denn bei einer Beziehung dreht sich alles um Zeit“, sagt sie. „Seitdem hat sich die Art der Aufträge, die ich annehme, verändert. Sie wurde persönlicher und handelten mehr von meinem eigenen Leben als zuvor. Das prägte mich maßgeblich, sowohl als Person als auch als Fotografin.“


Markosian erstellte eine Serie von selbstbeobachtenden Fotos namens „Die Erfindung meines Vaters“ mit einer Canon EOS 5D Mark II und den Canon EF 85mm f/1.8 USM und Canon EF 24mm f/1.4L II USM Objektiven (obwohl sie jetzt die Canon EOS 5D Mark IV nutzt). Sie kombinierte die Augenblicke, die sie gemeinsam verbrachten, mit Bildunterschriften, die ihre gemischten Gefühle in jedem dieser Augenblicke ausdrückten. „Ich versuche, eine besondere Nähe zu diesen Arbeiten zu pflegen, denn das ist die Position, von der aus ich mich als Künstlerin ausdrücken möchte“, fährt Diana fort. „Ich möchte, dass es persönlich ist, denn alles andere fühlt sich einfach an, als wäre es nicht genug.“

A man stands in a doorway of a living room decorated with patterned wallpaper, a woven wall hanging and patterned sofa. An older man sits on a chair holding binoculars to his eyes.
Eine weitere Szene von Markosians Wiedersehen mit ihrem Vater in Armenien 2014. „All diese Jahre später stand meinen Vater genau so da, wie ich ihn verlassen hatte. In einer Türöffnung, weder vollständig in noch aus meinem Leben.“ Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark II mit einem Canon EF 24mm f/1.4L II USM Objektiv. © Diana Markosian/Magnum Photos

Derzeit dreht Markosian einen Film über ihre Mutter – ein Projekt, das sie erneut zwang, langsamer zu machen und dem Prozess zu vertrauen. „Die Hauptdarstellerin, die meine Mutter spielen sollte, hat mir einen Tag vor Drehbeginn abgesagt“, fährt sie fort. „Das schien der härteste Tag meiner Karriere zu sein, aber ich konnte mich davon überzeugen, dass alle Dinge aus einem bestimmten Grund geschehen. Der Vorfall zwang mich, alles nochmal zu überdenken und nach etwas Besserem zu streben.“


Wenn Markosian sich eine andere Realität vorstellt, in der sie nicht gelernt hätte, langsamer zu machen, hätte sie nach eigener Meinung Probleme als Künstlerin. „Ich glaube, ich hätte zunächst frustriert reagiert. Jetzt kann ich jedoch einfach meine Augen schließen und sagen: ‚Es ist in Ordnung, dass es nicht funktioniert.‘ Mein Prozess ist jetzt völlig anders. Alles, was schief läuft, wird zu einem Teil der Kunst, die ich schaffe, also geht für mich gar nichts schief. Es geht darum, die Geduld zu haben, um zu verstehen, dass das alles Teil der Reise ist.“

Verfasst von Kathrine Anker


Diana Markosians Ausrüstung

Die Ausrüstung, die Profis für ihre Fotos verwenden

Photographer Diana Markosian is pictured.

Kamera

Canon EOS 5D Mark IV

Diese Vollformat-DSLR mit 30,4 MP erfasst unglaubliche Details selbst bei extremem Kontrast. Reihenaufnahmen mit 7 Bildern/Sekunde helfen dabei, den perfekten Moment abzupassen, während 4K-Video hochauflösendes Filmmaterial im DCI-Standard (4096 x 2160) liefert.

Objektiv

Objektiv

Canon EF 24mm f/1.4L II USM

Dieses Weitwinkel-Objektiv mit hoher Lichtstärke war das erste, das die Sub-Wavelength-Strukturvergütung von Canon zur Vermeidung von Streulicht und Linsenreflexionen enthielt, während UD- und asphärische Elemente Verzerrungen und Abweichungen vermeiden, um scharfe Ergebnisse zu erzielen.

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