Der brasilianische Skateboarder Felipe Nunes erregte die Aufmerksamkeit des Superstars Tony Hawk, der ihn als „echte Inspiration“ bezeichnete und einen Link zu Felipes Crowdfunding-Seite in seinen sozialen Medien veröffentlichte. Porträt aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 50mm f/1.2L USM-Objektiv; Action-Foto aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark IV mit einem Canon EF 8-15mm f/4L Fisheye USM-Objektiv. © Samo Vidic

Das letzte Mal, als der brasilianische Skateboarder Felipe Nunes die Gleise in der Nähe seines Zuhauses besuchte, war er sechs Jahre alt. Wie alle seine Freunde in Curitiba in Brasilien wollte er den gefährlichen neuen Trend „Train-Surfing“ ausprobieren, d. h. auf einen fahrenden Zug springen. Felipes erster und letzter Versuch kostete ihn fast das Leben, und er verlor beide Beine.

Jetzt, 11 Jahre später, ist Felipe einer der weltweit führenden Skateboarder mit einer ganzen Reihe an Sponsoren, der bereits viele Wettkämpfe gewonnen hat. Der Sportfotograf und Canon Botschafter Samo Vidic wollte Felipes Geschichte erzählen und in Bildern zeigen, wie er alle Hürden überwand. Dazu mietete er ein Depot an, in dem Züge repariert werden, nutzte intelligente Perspektiven und fror die Action mit einem beeindruckenden Effekt ein.

Vidic wollte ein Portrait und eine Action-Aufnahme des behinderten Skateboarders kreieren, und dachte, die Gleise vor einem im Depot geparkten Zug würden eine ergreifende Kulisse abgeben.

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Für das Porträt arbeitet Vidic mit einem niedrigen Blickpunkt. Vom Boden aus erfasste er Felipe in einer imposanten Position in der Umgebung. Stehend auf seinem Skateboard vor einem Zug hat er seine Umwelt fest im Griff.

Vidic verwendete seine Canon EOS 5D Mark IV, um Felipes Porträt aufzunehmen. Der Touchscreen der Kamera ist sogar im Liegen ganz einfach zu bedienen, sagt er. Er entschied sich zudem für ein Canon EF 50mm f/1.2L USM-Objektiv. „Das ist mein bevorzugtes Objektiv für Porträtaufnahmen, da es Schärfe, lebhafte Farben und eine geringe Schärfentiefe bietet“, fährt er fort.

Er platzierte das Hauptlicht rechts von Felipe in etwa drei Metern Entfernung, sowie in fünf Metern Entfernung ein Aufhelllicht links neben Felipe, das die andere Seite seines Gesichts leicht von oben erhellte.

„Ich wollte, dass der Zug im Hintergrund sichtbar ist, Felipe aber hervorsticht. Daher habe ich eine geringe Schärfentiefe genutzt“, fügt er hinzu. „Bei dieser Aufnahme waren keine ausgefallenen Tricks unnötig. Ich fand, dass ein einfaches Porträt auf den Gleisen ausdrucksstärker wäre, da die Geschichte hinter dem Standort so greifbar war.“

Er sah schockiert aus, aber ich glaube, er war auch froh, da zu sein. Es gab jede Menge Emotionen.

Am Tag des Shootings besuchten Vidic und Felipe auch den Bereich in der Nähe der Gleise, wo sein Unfall passiert war – ein emotionales Erlebnis. „Ich glaube, dass der Unfall sich vor seinen Augen erneut abspielte“, erinnert sich Vidic. „Er sah schockiert aus, aber ich glaube, er war auch froh, da zu sein. Es gab auf jeden Fall eine Menge Emotionen.“

Photographer Samo Vidic lies in a gap under a train track where engineers work, pointing his camera up at us.
Indem er sich flach auf den Boden legte und das Canon EF 8-15mm f/4L Fisheye USM-Objektiv verwendete, konnte Vidic die Illusion erzeugen, dass Felipe noch höher sprang, als er es tatsächlich tat. © Aljosa Rebolj

Für Felipes Action-Aufnahme wollte Vidic den Eindruck erwecken, dass er mit seinem Skateboard über einen Zug springt. Das Team platzierte im Zugdepot einige Holzbretter auf dem Betonboden, damit Felipe leichter skaten konnte. Vidic kroch in eine Aussparung im Boden, die normalerweise von Mechanikern genutzt wird, um Reparaturen am unteren Teil des Zugs durchzuführen (siehe oben). Dann legte er sich mit seiner Canon EOS 5D Mark IV und einem Canon EF 8-15mm f/4L Fisheye USM-Objektiv auf den schmutzigen Boden.

„[Bei der Action-Aufnahme] erweckte das Fischaugenobjektiv den Anschein, als würde er sehr hoch springen, insbesondere mit dem Zug im Hintergrund“, sagt Vidic. In der Realität waren Felipes Sprünge jedoch ziemlich niedrig. Die Perspektive des Canon EF 8-15mm f/4L Fisheye USM-Objektivs ließ die Seiten der Aussparung im Boden gebogen erscheinen, um die Form einer Skate-Rampe nachzuahmen.

Vidic verwendete den AI Servo-Modus, sodass die Kamera Felipe durchgehend fokussierte, während er sich durch das Bild bewegte. Als Fokuspunktgruppierung wählte er „Expand AF Area“, um den Fokus auf vier zusätzliche Punkte um den gewählten Brennpunkt des Fotografen zu erweitern. Diese Einstellung ist bei vielen Fotografen, die bewegte Motive erfassen, sehr beliebt, da die vier umliegenden Punkte sofort übernehmen, wenn die Kamera keinen Kontrast mehr am AF-Hauptpunkt erkennt. So wird eine gestochen scharfe und präzise Fokussierung gewährleistet. In einer weniger vorhersehbaren Situation hätte Vidic sich für „AF Expand Surround“ entschieden. Bei dieser Funktion wird die Fokussierung auf acht umliegende AF-Punkte erweitert, bleibt aber dennoch präzise, auch in sehr detaillierten Bereichen, z. B. einem Auge. „In diesem Fall waren die vier weiteren Fokuspunkte perfekt, da ich wusste, wo Felipe im Bild auftauchen würde“, erklärt Vidic.

Um sicherzustellen, dass die Details an der Decke sichtbar sind, nahm Vidic mit ISO 2000 auf und platzierte einen Studioblitz neben Felipe, der sein Gesicht beleuchtete.

Brazilian skateboarder Felipe Nunes stands in front of a stationary train with his arms outstretched, smiling.
Felipe zeigte während des Shootings ein hohes Maß an Begeisterung und Mut, die Vidic überwältigten. © Aljosa Rebolj

Während der gesamten Aufnahmen war Vidics Canon EOS 5D Mark IV mit seinem Smartphone verbunden, sodass Felipe in der Canon Camera Connect App überprüfen konnte, wie die Fotos geworden waren. „Ein weiterer Vorteil der WLAN-Funktionen der Canon EOS 5D Mark IV und Canon EOS 6D Mark II besteht darin, dass man eine Verbindung zu einem Computer herstellen, die Fotos prüfen und dann die Einstellungen über das Gerät ändern kann. Mit WLAN ist es viel einfacher, Korrekturen vorzunehmen oder Fotos aufzunehmen“, sagt Vidic.

Einer von Vidics Assistenten war jederzeit bereit, Felipe aufzufangen, falls etwas schiefgehen sollte. Er ist tatsächlich einige Male gestürzt, sodass das Skateboard auf Vidic fiel. „Ich hob einfach den Arm, um meine Kamera zu schützen. Das ist nichts im Vergleich zu dem, was Felipe getan und geleistet hat. Er schnitt sich die Hand ein wenig auf, sagte aber: „Schon in Ordnung, wir schaffen das.“ Er war extrem motiviert.

„Ich sagte Felipe, dass ich froh wäre, wenn jeder Sportler bei meinen Shootings so wäre wie er. Seine Begeisterung und Energie waren unglaublich. Er weigert sich, einen Rollstuhl zu benutzen, und fährt auf seinem Skateboard einfach überallhin. Er ist einfach ein normaler, 18-jähriger Junge, der professioneller Skateboarder sein will. Was andere Leute denken, kümmert ihn nicht.“

Verfasst von Kathrine Anker


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