Snow-covered trees reflected in the clear water of a lake in Banff National Park. Photograph by Vladimir Medvedev.

WINTERFOTOGRAFIE

Coole Bilder: So machst du noch bessere Winterfotos

Dramatischer Himmel, gedämpftes Licht von der niedrig stehenden Sonne, harte Kanten, die von einer Schicht Schnee weichgezeichnet werden – um diese Jahreszeit gibt es endlose Möglichkeiten, beeindruckende Bilder voller Atmosphäre aufzunehmen.

Der Canon Ambassador Vladimir Medvedev gehört zu den besten Natur- und Landschaftsfotografen Russlands und kennt sich daher mit der Arbeit in kalten Umgebungen bestens aus. Stark von der alten nordischen Fotografie inspiriert, führte ihn seine nunmehr 14-jährige Laufbahn nach Island, Norwegen und über Nordrussland zur Kola-Halbinsel. Diese Halbinsel liegt fast vollständig am Polarkreis und ist einer der nördlichsten Orte der Welt, der noch mit dem Auto erreichbar ist.

„Das ist so weit im Norden, dass die Sonne nur kurz aufsteigt und nie ganz hoch kommt. Das schafft eine ganz besondere, unheimliche Atmosphäre“, sagt Vladimir. „Die Luftfeuchtigkeit ist relativ hoch, so dass sich Frost an den Bäumen bildet. Es ist im Grunde genommen eine Freude, hier zu fotografieren – auch wenn dieser Ort schwer zu erreichen ist.“

Man muss jedoch keine Polarexpedition unternehmen, um das Beste aus dieser magischen Jahreszeit herauszuholen. Hier gibt Vladimir seine Top-Tipps für die Aufnahme von Winterlandschaften – und die sind überall gültig.

1. Bei allen Bedingungen fotografieren,
die diese Jahreszeit mit sich bringt

Die niedrig stehende Sonne liefert zu dieser Jahreszeit ein weicheres Licht. „Das gibt den Aufnahmen eine sehr schöne Stimmung“, sagt Vladimir. „Der Schnee reflektiert etwas von diesem Licht und selbst wenn die Sonne höher steht, als es einem lieb ist, sind die Schatten nicht so hart, wie sie es im Sommer wären.“
© Vladimir Medvedev – Canon Ambassador

„Bei der Winterfotografie – und insbesondere bei der Schneefotografie – gibt es so etwas wie schlechtes Wetter nicht“, sagt Vladimir. „Alle Bedingungen, mit denen du konfrontiert wirst, sind in gewisser Weise optimal. Selbst wenn es heftig schneit und du das Gefühl hast, als ob die Sonne nie wieder heraus käme, solltest du die Gelegenheit nutzen und einfach sehen, wie es läuft. Auf diese Weise können Wunder geschehen.“

Eine moderne Ausrüstung ist der Herausforderung frostiger Bedingungen mehr als gewachsen. „Moderne Kameras sind in der Lage, bei kaltem Wetter hervorragende Ergebnisse zu erzielen – die einzige Bedingung ist, dass man zusätzliche geladene Akkus mitnehmen muss, da sie bei Kälte viel schneller ihre Ladung verlieren. Die Qualität, die eine Kompaktkamera der Oberklasse wie die Canon PowerShot G7 X Mark III heutzutage liefert, ist absolut beeindruckend. Aber es ist nicht nur die Ausrüstung, die ein gutes Bild ausmacht, sondern auch der Fotograf.“

2. Bei hellem Schnee auf die richtige Belichtung achten

„Bei Winteraufnahmen ist der Dynamikumfang im Vergleich zu Sommeraufnahmen sozusagen komprimiert“, sagt Vladimir. Darum empfiehlt er, die Aufnahmen leicht zu überbelichten, damit das Bild dem näher kommt, was das menschliche Auge sieht. „Bei der ISO-Einstellung hängt es für mich immer davon ab, was für eine Art von Tag es ist – wenn ich bei Dämmerung fotografiere stelle ich sie hoch und wenn es ausreichend Licht gibt, dann steht sie auf 100.“
© Vladimir Medvedev – Canon Ambassador

Vom einzelnen Schneeflöckchen bis zur tief verschneiten Landschaft – der Schnee steht im Mittelpunkt der Winterfotografie. Daher ist es wichtig, dass du das helle Weiß bei dem geringen Licht und dem meist grauen Himmel richtig belichtest. „Das Wichtigste, worauf man achten muss, ist, dass der Bildausschnitt viel Weiß beinhaltet“, sagt Vladimir. „Du musst allerdings aufpassen, dass du die Details in den hellen Bildbereichen nicht verlierst, wenn du das Bild so hell wie möglich belichtest.“

Wenn du für die Aufnahme mit Zeitautomatik (Av Modus) arbeitest (manuelle Einstellung eines bestimmten Blendenwerts, während die Kamera automatisch die passende Belichtungszeit wählt), empfiehlt Vladimir, der Belichtung besondere Aufmerksamkeit zu schenken. „Ich würde ein wenig überbelichten – sonst können die Dinge, besonders im Schnee, grauer und stumpfer erscheinen, als sie sollten", sagt er, denn deine Kamera kann durch das grelle Weiß des Schnees getäuscht werden und eine zu kurze Belichtungszeit wählen.

3. Verschneite Szenen verwenden, um mit der Bildkomposition zu experimentieren

Wenn das vorhandene Licht es irgendwie erlaubt, zieht Vladimir das Fotografieren aus der freien Hand einem Stativ vor. „Auf diese Weise kann ich mehr ausprobieren und mich bewegen, um bessere Blickwinkel zu finden“, erklärt er.
© Vladimir Medvedev – Canon Ambassador

„Der Winter ist generell eine gute Zeit zum Experimentieren“, sagt Vladimir. „Ich empfehle, mit Einstellungen und verschiedenen Belichtungen herumzuspielen. Wenn Leute das erste Mal Winteraufnahmen machen, wirken die Fotos oft unterbelichtet und nicht sehr überzeugend. Vielleicht kannst du absichtlich überbelichten und sehen, wie unnötige Details verschwinden – du wirst feststellen, dass dann einige Konturen, beispielsweise bei Bäumen oder Bergen, wesentlich markanter wirken.“

Wenn eine Landschaft unter einer tiefen Schneedecke verborgen ist, „ist die Komposition minimalistischer und reizvoller für das Auge“, sagt er. „Manchmal liegt so viel Schnee, dass es schwierig wird, den Horizont zu erkennen. Das gibt dir noch mehr kreative Freiheit, deine Aufnahme nach deinen Wünschen zu komponieren.“

Bei ausreichend Umgebungslicht fotografiert Vladimir am liebsten aus der freien Hand. „Auf diese Weise kann ich mich bewegen, um verschiedene Blickwinkel zu finden“, erklärt er. „Ich bin oft bereit, die Qualität, die mir eine längere Belichtung mit einem Stativ bietet, für die kreative Freiheit zu opfern.“

4. Mit Weitwinkelobjektiven den Winterhimmel einfangen

Im Winter sieht man oft einen dramatischen Himmel, der Schneeaufnahmen eine gewisse Dynamik verleiht. „Weitwinkel- oder Ultraweitwinkel-Objektive betonen die dramatischen Effekte des Winterhimmels“, sagt Vladimir.
© Vladimir Medvedev – Canon Ambassador

Um den Himmel dieser Jahreszeit mit seinen leuchtenden Farben besser einfangen zu können, verwendet Vladimir Weitwinkelobjektive. Wenn er mit seiner Canon EOS 5D Mark III oder der Canon EOS R arbeitet, sind seine Lieblingsobjektive u.a. das Canon EF 16-35mm f/2.8L III USM und das Canon EF 11-24mm f/4L USM. Seine weitere Empfehlung ist das Canon EF 16-35mm f/4L IS USM Objektiv.

„Ich fotografiere auch gerne mit einem Fisheye-Objektiv wie dem Canon EF 8-15mm f/4L Fisheye USM – allerdings nicht so sehr wegen des Fisheye-Effekts, sondern wegen der Perspektive“, fügt Vladimir hinzu. „Wenn du es so einrichtest, dass der Horizont gerade und genau in der Mitte ist, dann kannst du das Bild später ein wenig zuschneiden, so dass die typische Fisheye-Verzerrung weitestgehend entfernt wird und nur die neue Perspektive bleibt – das sieht ziemlich beeindruckend aus.“

Das Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv Canon EF-S 10-22mm f/3.5-4.5 USM ist außergewöhnlich klein und leicht und eignet sich hervorragend für Landschaftsaufnahmen, wenn es mit einer leichten und mobilen Kamera mit einem APS-C-Sensor – wie der Canon EOS 250D – kombiniert wird.

Eine Kompaktkamera bietet noch mehr Mobilität und Komfort. Die Canon PowerShot G7 X Mark III hat ein fest integriertes 24mm-Weitwinkelobjektiv mit 4,2fach optischem Zoom im kompakten Gehäuse, das man in die Tasche stecken und überall mit hin nehmen kann.

5. Die Winterfotografie beginnt in deiner Nachbarschaft

Du musst nicht nach spektakulären Winterlandschaften suchen. Beeindruckende Szenen findest du in dieser Jahreszeit direkt vor einer Haustür.
© Vladimir Medvedev – Canon Ambassador

Man muss nicht in den hohen Norden reisen, um Winteraufnahmen zu machen. In deiner Nachbarschaft findest du vielleicht keine Rentierherden, Huskyschlitten oder Nordlichter, aber trotzdem kannst du diese Jahreszeit auch hier fotografieren. Geh nach draußen, wenn es Zuhause oder im Urlaub schneit – das ist eine tolle Möglichkeit zum Üben, denn du kannst schnell in die Wärme zurück, wenn dir zu kalt wird. „Es ist sinnvoll, zunächst deine direkte Umgebung zu erkunden, damit dir nicht so kalt wird“, sagt Vladimir. „So gewöhnst du dich an diese Art der Umgebung, bevor du zu einem längeren Shooting aufbrichst.“

Das hat Vladimir für „Snow Storm – The Story of One Day“ so gemacht – eine Serie, in der er einen Tag lang im Schnee um sein Haus herum fotografiert hat. „Ich wollte zeigen, wie viele verschiedene Landschaften man an nur einem Aufnahmetag sehen kann. Und wenn ein Zuschauer die Herausforderung versteht, an nur einem Tag zu fotografieren, hat er das Gefühl, als wäre er bei mir.“

Egal, ob es draußen stark schneit oder nur ein malerischer leichter Frost herrscht und egal welche Kamera du benutzt – zieh dir einen warmen Mantel an und schau dich draußen um, um das Wintererlebnis in deiner Nähe zu genießen und einzufangen!

Verfasst von Lucy Fulford

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