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Mein bester Rat: Magnum-Fotograf Patrick Zachmanns wichtigste Tipps für Dokumentararbeiten

Hier fotografierte Patrick Zachmann eine Gruppe von 30 Paaren, die an einer traditionellen chinesischen Hochzeit im Yuanming Yuan (alter Sommerpalast) in Peking teilnahmen. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1 mit einem 35mm-Objektiv. © Patrick Zachmann/Magnum Photos

Der französische Fotojournalist Patrick Zachmann ist auf Langzeitprojekte spezialisiert, die einen intimen Einblick in das Leben seiner Motive liefern. Er fotografierte z. B. jüdische Gemeinden, die Polizei und Mafia in Neapel sowie die chinesische Diaspora auf der ganzen Welt. Seit Kurzem konzentriert er sich auf die illegale Einwanderung in Europa. Im Laufe seiner Karriere befasste er sich ständig mit den Themen Identität und Zugehörigkeit. Er ist seit 1976 als freiberuflicher Fotograf tätig und wurde 1990 vollwertiges Mitglied von Magnum Photos.

Zachmann nutzt schon seit Anfang der 1980er Jahre Ausrüstung von Canon. Derzeit fotografiert er mit der Canon EOS 5D Mark III. Hier teilt er drei praktische Ratschläge, die ihn auf seinem Weg zum Erfolg unterstützt haben.

Nimm viele Bilder auf

„Als Fotograf bin ich Autodidakt, habe aber 1975 an einem Workshop in Arles, Frankreich, unter der Leitung von Guy Le Querrec teilgenommen, der später zu Magnum kam. Es war Juli und es gab viele Touristen. Während des Workshops ging Guy mit einer Gruppe von uns zum Strand, und ich habe ihn beobachtet. Ich sah, dass er nicht nur ein oder zwei Bilder aus einer Position fotografierte. sondern viele Fotos machte, sich bewegte und mit den Menschen sprach.

Seine Arbeit zu beobachten war eine der ersten Lektionen, die ich gelernt habe. Das half mir, Fortschritte zu machen und mich als Fotograf zu verbessern. Das ist jetzt etwas, was ich immer an Schüler in meinen eigenen Workshops weitergebe. Sogar fortgeschrittene Amateure nehmen in guten Situationen oft nur ein oder zwei Bilder auf. Ich sage ihnen immer, dass sie so viele Bilder wie möglich machen sollen, bis sie zufrieden sind.“

A silhouette of a weather balloon being launched by four people, against the background of a dark blue sky.
Zachmann nimmt während eines Shootings so viele Bilder wie möglich auf, weshalb es ihm gelang, diese stimmungsvolle Atmosphäre eines Wetterballons bei wenig Licht in der Atacama-Wüste in Südamerika einzufangen. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1 mit einem 50mm-Objektiv. © Patrick Zachmann/Magnum Photos

Achte auf die Hintergründe

„Ich interessiere mich mehr für eine Reihe von Bildern zu einem bestimmten Thema als für Einzelbilder. Aber bei der Fotografie geht es immer noch darum, das Bild im richtigen Moment aufzunehmen. Selbst wenn das Hauptmotiv unbewegt ist, beispielsweise bei Porträtaufnahmen, kann im Hintergrund ein ganz entscheidender Moment eintreten. Vielleicht spaziert gerade ein Hund vorbei oder eine Person läuft gerade an der richtigen Stelle ins Bild und vervollständigt es.

Der chilenische Fotograf Sergio Larrain half mir, die Bedeutung von Hintergründen zu verstehen. Wir waren in seinem Zuhause und aßen zu Mittag, als er eine Serviette nahm und zu einem Rechteck faltete, wie der Rahmen eines Fotos. Er zeigte mir, wie wir die visuellen Elemente innerhalb des Rahmens organisieren konnten, betonte aber auch, dass das, was an den Rändern passiert, wichtiger ist als die Mitte. Diese Idee gefiel mir – es war wie eine Art Philosophie der Fotografie, aber auch des Lebens selbst.“

A wide shot of four people on a train. A boy in red, on the left of the frame, looks directly at the camera.
„Man kann den Menschen etwas zurückgeben, indem man einfach nur bei ihnen ist, ihnen zuhört und sie beachtet“, sagt Zachmann. Aufgenommen mit einer Canon EOS-1 mit einem 35mm-Objektiv. © Patrick Zachmann/Magnum Photos

Gib deinen Motiven etwas zurück

„Als Fotografen und Journalisten nehmen wir viel von den Menschen und sind sehr fordernd. Wir teilen einige Momente mit den Menschen, die wir fotografieren, und dann ist es auch schon wieder vorbei. Ich fand diese Situation immer ein wenig frustrierend. Nach und nach, mit zunehmender Erfahrung, wurde mir klar, dass wir etwas mit den Menschen, die wir fotografieren, teilen müssen.

Du musst die Leute nicht bezahlen, aber du kannst sie auf verschiedene andere Weise entlohnen. Ich habe beispielsweise viele keine Drucke verschenkt, die ich oft signiere oder auf die ich ein paar Worte schreibe. Ich kehre oft zurück, um die gleichen Menschen erneut zu fotografieren, und das stärkt meine Beziehung zu ihnen.

Ich habe auch verstanden, dass man den Menschen etwas zurückgeben kann, indem man einfach nur bei ihnen ist, ihnen zuhört und sie beachtet. Sehr oft fühlen sich die Menschen, die ich fotografiere, verlassen oder vergessen, daher sind sie sehr berührt von der Tatsache, dass man Zeit mit ihnen verbringt. Wenn man den Menschen zuhört, entsteht eine Intimität zwischen dir und dem Motiv, und deine Bilder werden besser.“

Verfasst von David Clark


Patrick Zachmanns Ausrüstung

Die Ausrüstung, die Profis für ihre Fotos verwenden

Photographer Patrick Zachmann holds a Canon DSLR and wears a waterproof jacket. He stands in front of some bushes.

Kamera

Canon EOS 5D Mark III

Dies ist eine 22,3 MP Vollformat-Spiegelreflexkamera mit 61-Punkt-Autofokus und Reihenaufnahmen mit bis zu 6 B/s, die eine manuelle Steuerung aller Einstellungen ermöglicht und über einen integrierten HDR-Modus verfügt.

Objektive

Canon EF 50mm f/1.4 USM

Mit seiner hohen Lichtstärke und dem blitzschnellen AF-System bietet dieses kompakte, leistungsstarke Standardobjektiv Zuverlässigkeit auf jedem Gebiet der Fotografie.

Canon EF 35mm 1:2 IS USM

35mm-Objektiv der Spitzenklasse mit 4-Stufen-Bildstabilisator und hoher Lichtstärke von 1:2 – ideal zum Fotografieren bei wenig Licht. Leiser und schneller Ultraschall-AF. Asphärische Linse für optimierte Abbildungsqualität.

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