Gewinner der Canon Club Challenge: Geschwindigkeit mit weitem Bildwinkel mit Robert Brezigar

Geschwindigkeit einzufangen ist etwas, das Fotografen immer reizt, und zugleich eine der größten Herausforderungen, wenn sie in einem einzigen Bild festgehalten werden soll.
Ein Silberreiher im Flug spiegelt sich im ruhigen, dunklen Wasser. Er streift die Oberfläche, wobei seine Flügelspitze eine leichte Spur im Wasser hinterlässt. Actionaufnahme von Robert Brezigar, aufgenommen mit einer Canon EOS R7 und einem Canon EF 500mm f/4L IS USM Objektiv.

Touching the Surface, von Robert Brezigar. Aufgenommen mit einer Canon EOS R7 mit einem Canon EF-EOS R Bajonettadapter und einem Canon EF 500mm f/4L IS USM Objektiv, Verschlusszeit 1/1600 Sek., Blende 1:4, ISO 1250.

Die Challenge „Geschwindigkeit mit weitem Bildwinkel“ wurde von Jean-Baptiste Liautard gestellt, der dafür bekannt ist, flüchtige Momente mit höchster Präzision einzufrieren. Die Idee war nicht nur, Bewegung zu zeigen, sondern ihr Raum zu lassen, damit man die Weite, die Richtung und die Energie des Moments spürt.

Das Gewinnerbild, das die meisten Stimmen von Canon Club-Mitgliedern erhalten hat, stammt vom slowenischen Fotografen Robert Brezigar. Unter dem Titel „Touching the Surface“ zeigt es einen Silberreiher im Flug, der so nah über das Wasser gleitet, dass seine Flügelspitze es kurz berührt. Ein kleines Detail, aber genau das macht das Bild so besonders.

Die Geschichte hinter dem Bild

Roberts Aufnahme war nicht sorgfältig geplant. Sie entstand an einem ruhigen Morgen, an dem zunächst kaum etwas passierte – bis der Moment plötzlich da war.

Aufgenommen wurde das Bild während eines spontanen Fotoausflugs ins Naturreservat Škocjanski zatok nahe Koper in Slowenien. Robert und seine Freunde wollten eigentlich einen Eisvogel fotografieren, eine Vogelart, die er dort zuvor noch nie gesichtet hatte und unbedingt festhalten wollte. Es war früh am Morgen, die Sonne stand noch tief, und genau das spielte eine entscheidende Rolle für das Bild.

Durch den flachen Einfallwinkel des Lichts blieb das Wasser dunkel. Noch besser: Es war windstill, die Oberfläche ruhig. So entstanden klare Spiegelungen.

Nach einiger Zeit, in der nichts passierte, zogen seine Freunde weiter. Robert jedoch blieb. Er beobachtete eine Gruppe Silberreiher auf Nahrungssuche in der Ferne.

Und dann kam der Moment: Einer der Reiher hob ab und flog niedrig über das Wasser, direkt auf ihn zu. Robert hatte keine Zeit, lange nachzudenken. Die Belichtung war bereits eingestellt, also reagierte er instinktiv, brachte den Vogel in den Sucher und löste eine Serie aus.

Ein Mountainbiker fährt mit hoher Geschwindigkeit auf die Kamera zu; er ist gestochen scharf zu sehen, während das Grün des umgebenden Waldes verschwimmt. Actionaufnahme von Jean-Baptiste Liautard, aufgenommen mit einer Canon EOS R6 Mark III und einem Canon RF 10-20mm F4L IS STM Objektiv.

Ein Actionbild von Jean-Baptiste Liautard, aufgenommen mit einem Weitwinkelobjektiv, das diese Challenge inspiriert hat. Er setzt gezielt auf Techniken wie Zoomwischeffekt und Schwenken, um Bewegung im Kontext spürbar zu machen, statt sie einfach einzufrieren. Aufgenommen mit einer Canon EOS R6 Mark III und einem Canon RF 10-20mm F4L L IS STM Objektiv bei 12 mm, Verschlusszeit 1/15 Sek., Blende 1:5,6 und ISO 1600. © Jean-baptiste Liautard

Die Technik

Roberts Ansatz zeigt, dass Actionfotografie mehr ist, als einfach nur eine kurze Verschlusszeit einzustellen. Es geht darum, bereit zu sein, die Belichtung im Griff zu haben und die bestmöglichen Voraussetzungen für den Autofokus zu schaffen.

Robert fotografiert immer im RAW-Format, weil es ihm mehr Spielraum für die Nachbearbeitung lässt. Für dieses Bild hat er mit der Verschlusszeit 1/1600 Sek., Blende 1:4 und ISO 1250 gearbeitet.

Er nutzte dafür den Fv-Modus (Flexible Automatik) seiner Canon EOS R7. Dieser Modus vereint Automatik, Programm, Tv, Av und manuelle Modi in einem. Der Vorteil: Es lassen sich jederzeit einzelne Belichtungseinstellungen manuell oder wieder automatisch durch die Kamera steuern, wenn sich die Bedingungen ändern. In diesem Fall hat Robert alles manuell eingestellt.

Roberts wichtigste Orientierung war das Histogramm im Sucher. Er senkte den ISO-Wert, um eine Überbelichtung der weißen Bereiche zu verhindern – besonders wichtig bei einem hellen Vogel vor dunklem Wasser – und reizte die Belichtung gleichzeitig so weit wie möglich aus, ohne die hellen Bereiche abzuschneiden. Die Belohnung ist ein gestochen scharfes Motiv mit vielen Details. Im Hintergrund tritt das Wasser in einem tiefen, klaren Ton zurück und hebt die Bewegung noch stärker hervor.

Beim Autofokus setzte Robert auf Servo AF, Motiverkennung für Tiere und Augen-AF. Die Nachführung war auf Case 2 eingestellt, und der AF-Bereich deckte den gesamten Rahmen ab, sodass die Kamera den auf ihn zufliegenden Vogel schnell erfassen konnte.

Zusätzlich nutzte er den elektronischen Verschluss auf den 1. Verschlussvorhang und eine Bildrate von 15 B/s (Reihenaufnahme mit Hoher Geschwindigkeit +). Die Objektivstabilisierung war auf Modus 1 eingestellt.

Insgesamt nahm Robert 10 Bilder auf. „Dieses Foto ist das zweite in der Serie, und alle sind gestochen scharf“, so Robert. Er ist so überzeugt vom AF-System seiner EOS R7, dass die größte Herausforderung bei dieser Aufnahme nicht das Fokussieren war, sondern das Motiv im Rahmen zu halten.

Eine Canon EOS R7 Kamera ohne Objektiv, platziert auf felsigem Untergrund.

Die Canon EOS R7 ist ideal für Wildlife- und Actionaufnahmen – mit bis zu 7 Stufen Bildstabilisierung (je nach verwendetem Objektiv), einem intelligenten Autofokus, der Menschen, Tiere und Fahrzeuge erkennt und nachverfolgt, sowie Reihenaufnahmen mit bis zu 15 B/s (bzw. 30 B/s mit elektronischem Verschluss).

Ein Canon RF 600mm F11 IS STM Objektiv auf einem Holztisch im Freien, im Hintergrund eine unscharfe Baumreihe.

Ein vergleichbares RF Objektiv, das dem von Robert verwendeten am nächsten kommt, ist das RF 600mm F4L IS USM – ein kompromissloses professionelles Superteleobjektiv. Eine preisgünstigere Alternative ist das RF 600mm F11 IS STM (im Bild), das kompakt und leicht ist und über einen leistungsstarken optischen 5-Stufen-Bildstabilisator verfügt.

Die Ausrüstung

Robert hat sein Gewinnerbild mit einer Canon EOS R7 aufgenommen, kombiniert mit einem Canon EF 500mm f/4L IS USM Objektiv und einem Einbeinstativ. Dank des EF-EOS R Bajonettadapters lässt sich das EF Objektiv ohne Qualitäts- oder Funktionsverlust am RF Bajonett der Kamera verwenden.

Da die EOS R7 einen APS-C-Sensor hat, entspricht das Gesichtsfeld von Roberts 500-mm-Objektiv dem eines 800-mm-Objektivs an einer Vollformat-Kamera – ideal für weit entfernte Tiere und kleinere Vögel.

Und weil das Objektiv rund 4 kg wiegt, sorgt das Einbeinstativ dafür, dass sich das Setup auch über längere Zeit gut handhaben lässt, insbesondere, wenn man ein Motiv im Flug auf saubere und kontrollierte Art verfolgen möchte.

Roberts Top-Tipps

  • Achte auf ruhiges Wasser ohne Wind – so entstehen klare Spiegelungen.

  • Schatten hilft, da dunkleres Wasser das Motiv stärker hervorhebt.

  • Behalte deine Belichtung im Blick und achte mithilfe des Histogramms darauf, dass die weißen Federn nicht überbelichten und ihre Details behalten.

  • Fotografiere mit der höchsten Bildrate, die dir zur Verfügung steht, damit du keinen Sekundenbruchteil verpasst.

Mach mit!

Geh zum Canon Club und nimm an der nächsten Challenge teil oder stimme für deine Lieblingsbilder ab, auch wenn du selbst nichts einreichst.

Written by Jeff Meyer

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